Montag, 29. August 2011
Die Komplizin
Der Jugendroman ,,Die Komplizin” von Eireann Corrigan erschien 2011 bei Chicken House, einem Carlsen-Verlag.
In dem kleinen Ort Colt River passiert nie etwas. Keine Einbrüche, keine Gewalttaten oder Überfälle. Höchstens einmal ein großer Bär zu nah am Waldrand vor dem man sich in Acht nehmen sollte. Nun stellt sich die Frage, wie man von einem so kleinen, naturnahen Gebiet aus berühmt werden könnte!? Chloe und Finnley, haben eine Lösung gefunden: Chloe verschwindet spurlos für mehrere Tage, ohne sich danach an etwas zu erinnern und Finn entdeckt ihre beste Freundin als strahlende Heldin. Dieser Plan wäre für die beiden das Freilos erst zur Berühmtheit und dann zu all den Dingen, die man durch eben diese leichter erreicht. So zum Beispiel die Annahme an einer Wunschuni.
Chloe und Finn setzten ihre Idee nach sorgfältiger Planung in die Tat um, doch das Leben lässt sich nun mal nicht bis ins kleinste Detail planen. Als Dean, ein liebenswürdiger, netter Junge, von der Polizei als Mordverdächtiger festgenommen wird, will Finn nicht mehr weiter lügen. Sie will diesem aus der Kontrolle geratenen Einfall ein Ende setzten. Sie kann es nicht ertragen einfach Deans ganzes weiteres Leben zu zerstören, doch da hat sie ihre Rechnung ohne Chloe gemacht. Wird Finn stark genug sein um mit der Wahrheit herausrücken? Oder wird sie weiter mitspielen und es auf das Risiko enttarnt zu werden ankommen lassen?
Ich muss sagen, dass die Idee der Geschichte von Eireann Corrigan mir zusagt. Zwei Mädchen, die aus einem kleinen, unbekannten Ort aus, ihre Fahrkarte in die große Welt da draußen suchen und dabei nicht an all das Unheil denken, dass sie anrichten könnten. Mir gefällt auch wie Finn, welche jahrlang mit Chloe durch dick und dünn gegangen ist, während der Durchführung ihres gemeinsamen Plans, langsam immer klarer wird, wie sehr sich ihre beste Freundin verändert hat.
Die Umsetzung der Geschichte empfinde ich allerdings leider als misslungen. Die Einleitung des Buches ist eigentlich gut geworden, der Hauptteil ist viel zu lang und der Schluss zu kurz. Meiner Meinung nach hätte man die Gewichtung der einzelnen Teile anders darstellen sollen. Der Hauptteil beschreibt ausschließlich die acht Tage, in welchen Chloe sozusagen verschwunden ist und was um Finn herum geschieht. Manchmal bringt die Autorin auch Geschichten, welche die beiden Freundinnen von früher noch verbinden mit ein. Dieses Faktum wiederum ist ein interessantes Mittel, welches ich als ansprechend empfand. Doch im Allgemeinen ist der Hauptaugenmerk hier auf die falschen Ereignisse gelegt worden. Die Geschehnisse zum Ende des Hauptteil und der Schlussteil wären für mich, die jenigen gewesen aus welchen man eine fesselnde, interessante Geschichte hätte machen können, wenn man sie weiter ausgebaut hätte. Gerade, was nach dem Ende des Buches passiert wäre, wie es weitergegangen wäre, hätte mich äußerst interessiert!
Zum Schreibstil muss ich sagen, dass er durchaus lesenswert ist. Die Autorin schafft es allerdings nicht die nötige Spannung für eine derartige Geschichte aufzubauen. Mir fehlt dieses besondere Etwas.
Die Figuren in ,,Die Komplizin” sprechen mich hingegen an. Vor allem die beiden Hauptfiguren und Dean, aber auch all die anderen sind ansprechend beschrieben und ergänzen sich.
Chloe, das Mädchen, das aus der Stadt aufs Land zog, damit ihr kranker Bruder Cam etwas mehr Ruhe und Ordnung genießen kann. Sie hat sich vom Außenseiter zum Schulschwarm gewandelt und badet gerne in der Bewunderung, der ihr zuteil wird. Doch sie hat auch eine andere Seite, welcher man im Laufe des Buches immer mehr auf die Schliche kommt. Sie ist berechnet, denkt nur an sich und würde sehr weit gehen um ihre Ziele zu erreichen, weiter als die meisten anderen.
Finn ist ein nettes, aber unscheinbares Mädchen, der man im Umgang mit Tieren nichts vormachen kann und Chloes beste Freundin. Sie realisiert nicht, dass sie sich geradezu an ihre Freundin klammert und immerzu versucht ihr zu gefallen. Finn ist eigentlich ein herzensguter Mensch, welche die ganze Sache sehr mitnimmt.
Dean hat Probleme mit dem Sprechen, weswegen er auch ,,Der Stotterer” genannt wird. Er ist in Chloe verliebt und ein freundlicher, liebenswürdiger junger Mensch, der niemanden etwas zu Leide tun würde.
Kurz gesagt: Das Werk ,,Die Komplizin” würde ich jemanden, der nach Spannung und verflochtenen Begebenheiten, in welche sich die Charaktere verstricken sucht, nicht empfehlen. Wer jedoch nach einer leichten Geschichte, welche nicht viele Fragen aufwirft Ausschau hält, ist hier an der richtigen Adresse.
Montag, 22. August 2011
Rose und das Geheimnis des Alchemisten
Rose lebt als Waise im St. Bridget’s im London des 19. Jahrhunderts. Das einzige, was sie von ihrem früheren Leben weiß ist, dass sie in einem Fischerkorb verlassen auf einem Kirchhof aufgewunden wurde. Die meisten Waisen träumen davon eines Tages von ihren Eltern abgeholt zu werden, doch nicht Rose. Sie wünscht sich einfach nur bald auf eigenen Beinen stehen zu können, in dem sie durch Hausarbeiten ihr Geld verdient und so ihr Leben selbst gestalten kann. Im Waisenhaus St. Bridget’s wird sie durch strenge Regeln und Arbeit auf ihr späteres Leben vorbereitet.
Doch nie hätte Rose gedacht, dass sie das Waisenhaus schon so bald verlassen würde. Sie bekommt eine Anstellung als Dienstmädchen bei einem bedeutenden Alchemisten und Mitglied des Hofes seiner Majestät. Rose arbeitet hart, doch bei ihrer Arbeit merkt sie, dass sie Dinge wahrnimmt, welche den anderen verborgen bleiben. Sie ist hin und her gerissen zwischen Faszination und Angst. Rose weiß, dass sie Dinge kann, die nicht “normal” sind. Aber sie will nichts von der Magie in ihr wissen, doch diese ist ein Teil von ihr und tritt immer wieder zu Tage. Als sie ihre Kräfte nicht mehr verleugnen kann, versucht sie diese zu ignorieren.
Man hört immer wieder von verschwundenen Kindern, doch erst als ihre beste Freundin verschwindet, erkennt Rose den wirklichen Ernst der Lage. Sie überwindet die Angst vor ihrer Magie und die Furcht vor den Konsequenzen und versucht zusammen mit dem Zauberlehrling ihres Dienstherrn, sowie dessen Tochter und Gus, einem magischen Katzer, dem Geheimnis der verschwundenen Kinder auf den Grund zu gehen…
Holly Webbs Schreibstil hat mich mitgerissen, sie beschreibt alles sehr genau, sodass man sich ein präzises Bild von der Handlung machen kann. Ebenso von den Schauplätzen und den Charakteren.
Jeder Charakter hat seinen eigenen besonderen Zug. Rose beispielsweise hat mich durch ihre unschuldige und liebenswürdige Art sogleich für sie eingenommen. Gustavus, ein magischer Kater, frischt durch seine hilfsbereite, lustige und auch kluge Art die Geschichte noch zusätzlich auf. Oder Isabella, welche eine ausgemachte Intrigantin ist und ihrer Gouvernante wie auch sonst allen das Leben schwer macht. Es ist einfach alles dabei.
Die Handlung an sich, hat meinen Geschmack ebenso getroffen. Der innere Konflikt von Rose zieht sich durch das komplette Buch und ich konnte die einzelnen Etappen genau mitverfolgen. Ähnlich wie die Begebenheiten, welche die Charaktere immer näher an das Geheimnis der verschwundenen Kinder heranführt. Auch die Tatsache, dass mich einiges zum Lachen brachte hat mich erfreut.
Ich fand es unter anderem interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Charaktere mit Magie umgehen. Einige der Angestellten wollen nichts mit ihr zu tun haben, fürchten sich vor ihr, obwohl sie täglich in einem Haus eines hohen Alchemisten arbeiten. Dann gibt es zum Beispiel Freddie, welcher Sohn eines Alchemisten ist, sich bei Rose´ Dienstherren ausbilden lässt und somit völlig normal mit Magie umgeht. Oder Rose, welche sich zwischen beiden Reaktionen hin und her bewegt.
Als ich mir das Cover, nachdem ich das Buch gelesen hatte, noch einmal anschaute, empfand ich es als äußerst passend. Die dargestellte Person ist Rose, sie trägt eine für Dienstmädchen typische Schürze, zugleich hält sie einen Besen in Händen. Dieser Besen war für mich eine Assoziation für die beiden Seiten in Rose. Einmal ist ein Besen natürlich zum Saubermachen da, was Rose Anstellung als Dienstmädchen entspricht. Doch andererseits verbinden wir auch Besen mit Hexen. In dieser Geschichte gibt es zwar keine Magier, die mit Besen fliegen, doch musste ich trotzdem daran denken.
Zum anderen haben mir auch die pflanzenartigen Verzierungen zu Beginn jedes Kapitels zugesagt.
Kurz: Ich kann ,,Rose und das Geheimnis des Alchemisten” nur weiter empfehlen. Ich finde das Buch hat seine Reize sowohl für Klein als auch für Groß.
Zudem bin ich gespannt auf eine Fortsetzung, da das Ende der Geschichte darauf hoffen lässt!
Im Zauber der Sirenen
Die 17-jährige Vanessa bewundert ihre ein Jahr ältere Schwester Justine sehr. Justine strahlt für Vanessa all die Dinge aus, die ihr zu fehlen scheinen: Selbstbewusstsein, Waghalsigkeit, Stärke und einfach ihre fröhliche Art, welche sie bei allen beliebt macht.
Dafür beneidet Vanessa sie auf einer Seite, doch gleichzeitig liebt sie sie auch wegen ihrer unverbesserlichen Art. Justine ist ihre Stütze, ihre Beschützerin, wann immer sie sich fürchtet.
Um so schlimmer ist es für Vanessa als sie die Nachricht von Justins Selbstmord bekommt. Sie soll bei Nacht und den heftigsten Stürmen von den Chione Cliffs gesprungen sein. Jenen Klippen, welche die Schwestern mit den Carmichaelbrüdern jeden Sommer heimlich besucht haben.
Als Vanessa herausfindet, dass ihre Schwester im Herbst nicht nach Dartmouth gegangen wäre, wie sie es jeden glauben lassen hat und in der Nacht vor ihrem Tod noch mal im Haus gewesen war, macht sie sich auf den Weg. Sie begibt sich auf die Suche nach der Person, welche Justin als einziges wirklich gekannt zu haben scheint: Caleb Carmichael.
Als sie jedoch bei ihrer Ankunft erfährt, dass Caleb verschwunden ist, rückt die Suche von ihm in den Vordergrund. Zusammen mit Simon Carmichael versucht sie den Vorkommnissen im Winter Harbor auf den Grund zu gehen. Denn die Todesopfer häufen sich. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind allesamt männlich und ihr Gesicht zu einem Grinsen verzehrt.
Steht Caleb das selbe bevor? Hat das alles mit Justins Tod zu tun? Vanessa und Simon kommen den Geheimnis immer näher, doch werden sie rechtzeitig das ganze Ausmaß erkennen? Werden sie Winter Harbor vor den Wesen schützen können die den Ort heimsuchen?
Tricia Rayburns Geschichte hat mich überwältigt. Nach zwei, drei Kapiteln wollte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte und die Erzählweise Rayburns hat mich gefangen genommen.
Rayburn gibt einem immer mehr Rätsel auf, immer neue Informationen, die irgendwie ins Cluster passen müssen. Aber trotz diesen vielen Puzzelteilen, schafft sie es auf irgendeine Weise, dass man nie den Überblick verliert.
Ihre Erzählart würde ich als spannend bezeichnen, doch zugleich auch gefühlvoll. Ein Gemisch aus beiden. Mich hat sie sehr angesprochen, ich kam sehr leicht mit und war bald ganz in die Geschichte eingetaucht.
Auch für Überraschungen wurdee immer wieder gesorgt. Manchmal in einer Richtung, in welcher ich ganz und gar nichts in Frage gestellt hätte. Rayburn weiß einfach, wie man den Leser zum weiterlesen bewegt.
Die Geschichte an sich, hat mir auch sehr zugesagt. Ein Gemisch aus Fantasy und Realität, dass in der Geschichte nicht übertrieben oder aufgesetzt wirkt. Die Elemente fügen sich perfekt in die Begebenheit mit ein. Vor allem, da diese hier schon immer ein Teil des Lebens der Hauptpersonen waren ohne, dass sie es geahnt hätten.
Die Charaktere sagen mir auch zu. Vor allem, da es Rayburn schafft ihre Rollen in der Geschichte erst zum passenden Zeitpunkt zu enthüllen, so dass man immer mehr versteht, in welcher Verbindungen die ganzen zueinander Personen stehen oder standen.
Kurz: ,,Im Zauber der Sirenen” kann ich nur weiterempfehlen. Jeder, der Fantasy mit einer Portion Mystery und Liebe mag, hat hier seinen perfekten Roman gefunden!
Die Buchdruckerin
,,Die Buchdruckerin” von Sabine Weiss ist 2010 beim Marion von Schröderverlag erschienen, einem der Ullsteinverlage. Sie verfasste bereits Romane wie ,,Die Wachsmalerin“ und ,,Das Kabinett der Wachsmalerin”.
Margarethe wird in eine Familie von Buchdruckern im 16. Jahrhundert geboren. Ihr Vater Hans Prüß ist ein bedeutender Straßburger Drucker, welcher Margarethe in seine Arbeiten miteinbindet. Als er stirbt muss sie ihr Können unter Beweis stellen, doch nicht jeder ist ihr wohl gesonnen. Vor allem, da noch die Zeiten der Zunft herrschen, in welcher Frauen nichts zu suchen haben.
Straßburg ist für seine Toleranz bekannt und stellt sich offen gegen die Ausführung des Wormser Edikts und somit auch gegen den Kaiser und den Papst. Straßburg ist weit bekannt für seine Wahrung der Freiheit, doch die Zeiten ändern sich. Auch für Margarethe und ihre Familie. In Zeiten der Reformation kann man nie sicher sein, welche Buchdrucke nicht doch plötzlich verteufelt und verboten werden. Aber Margarethe möchte, dass die Menschen von guten Werken erfahren, dass sie sich selbst eine Meinung bilden können. Dies birgt jedoch viele Gefahren und auch Gegner. Oft muss sie ihre Druckerei von neuem verteidigen. Wird Margarethe es schaffen ihre Liebe, ihr Leben und ihre Druckerei zu beschützen?
Da mich die Zeit um die Reformation interessiert, war ich sogleich auf dieses Buch gespannt. Ich fand es beeindruckend einmal etwas über diese Zeit in einer anderen Gegend zu lesen, als direkt im Zentrum. Zu sehen, welche Auswirkungen der neue Glaube an anderen Orten hatte.
Da dies ein historischer Roman ist, habe ich auch vieles über Straßburg selbst und das Handwerk der Drucker gelernt.
Die Charaktere in ,,Die Buchdruckerin” haben sehr viele Typen von Menschen geboten. Margarethe selbst, die immer wieder um ihr Glück kämpfen muss, wird zu einer starken Frau, die weiß was sie will.
Ihre Männer haben unterschiedliche Charakterzüge. Sie gerät an Ehemänner die sie liebt, doch auch an solche, bei welchen sie erst später den Fehler dieser Verbindung erkennt.
Da dieses Buch das ganze Leben und das Schicksal von Margarethe Beck darstellt, gibt es unzählige wichtige Personen. Doch Sabine Weiss schafft es, dass man den Überblick nicht verliert. Auch wenn man manchmal mitdenken muss um sich zu entsinnen, welche Funktion jemand noch mal hatte.
Der Schreibstil gefällt mit meist sehr gut. Manchmal finde ich, dass die Autorin etwas nicht genau genug beschreibt. Aber dies liegt wohl auch daran das der Fokus auf den geschichtlichen Geschehnissen liegt.
Zu erwähnen wäre auch die wunderschöne Karte am Beginn und Ende des Romans. Sie zeigt Straßburg zu der Zeit der Reformation. Ich persönlich fand es sehr reizvoll diese Karte zu studieren.
Eines, das mir persönlich nicht gefallen hat, ist dass am Ende mancher Kapitel oder Abschnitte, wenn es gerade danach aussah, dass alles sich zum Guten gewendet hätte, ein Satz kam, der darauf hinwies, dass es nicht so bleibe werde. Sicherlich, hin und wieder ist dies ein gutes Mittel um den Leser anzuspornen, das ,,warum” dieser Andeutung herauszufinden, aber für mich wird dieses Mittel zu oft verwendet. Ich sehe es als schön an, wenn eine Art Happy End auch einmal als ein solches bestehen bleibt ohne Tipp auf zukünftige Schicksalsschläge.
Margarethes Leben finde ich sehr ansprechend dargestellt, durch ihre Funktion als Druckerin, bekommt sie sehr viel von den wichtigen Geschehnissen zu dieser Zeit mit.
Kurz: Ich finde, dass dieses Werk für alle geschichtlich Interessierten ein sehr guter Tipp ist. Auch für jeden, den das Schicksal einer Frau im 16. Jahrhundert interessiert. Es wäre jedoch von Vorteil etwas Vorwissen zu den Begebenheiten um Luther, Karlstadt und die Folgen ihres Wirkens zu haben.
Der gefundene Junge
,,Die Bücher von Umber- Der gefundene Junge” erschien 2010 im Carlsen Verlag.
Der Autor Paul William Cantanese veröffentlichte bereits Bücher wie ,,The Brave Apprentice”, ,,The Eye Of The Warlock” ,,The Riddle Of The Gnome und einige mehr.
Lord Umber erhält einen Brief, welcher ihm einen Schatz verspricht insofern er die einstmals prunkvolle Stadt Alzumar aufsucht. In Alzumar gibt es schon lange kein Leben mehr, der einzige Bewohner ist der gefürchtete Tyrannenwurm. Doch von seiner Wissbegier angetrieben begibt sich Lord Umber zusammen mit drei Gefährten auf die gefährliche Reise.
In der Stadt findet er etwas unerwartetes: Happenstance. Einen Jungen, der keine Erinnerungen an ein früheres Leben hat. Dies soll der Schatz sein?
Hap hat einen Brief bei sich, in welchen angedeutet wird von welcher Wichtigkeit er für das Schicksal der Welt ist.
Lord Umber nimmt den Jungen mit sich, doch schon bald ist ihnen ein schreckliches Wesen namens Occo auf der Spur, welches nach Haps Leben trachtet. Werden sie es schaffen Occo zu entkommen, damit Hap seiner Bestimmung folgen kann?
Zu Beginn sprach mich die Geschichte nicht sofort an, doch nach den ersten Kapiteln war ich begierig darauf die Antworten auf die vielen Fragen zu erfahren. Schon im ersten Kapitel stellt sich die Frage wer Hap wirklich ist. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr und erfasst schließlich von welcher Wichtigkeit Hap für die Welt ist.
Die erschaffene Welt an sich hat mir sehr gut gefallen. Es gibt sämtliche Wesen, die man sich vorstellen kann. Manche waren mir bekannt, andere neu.
Die Geschichte spielt größtenteils in Kurahaven, einer wundersamen, fantastischen Stadt, welche auch das Königshaus beherbergt. Die Ideen, wie dieser Ort aufgebaut ist, die einzelnen Elemente haben mir sehr zugesagt.
Die auftretenden Figuren haben alle ein besonderes Merkmal. Lord Umber scheint der größte Erfinder dieser Zeit zu sein und seine immerwährende Fröhlichkeit und Neugier zeichnen ihn aus.
Sophie ist eine begabte Zeichnerin, welche für Lord Umbers Bücher die Zeichnungen anfertigt. Zudem hat sie ein erstaunliches Merkvermögen für Kleinigkeiten.
Oates ist mit einem Fluch belegt, welchen ihn immer die Wahrheit sagen lässt. Dies macht ihn aber auch zu einem vertrauenswürdigen Helfer.
Und Hap selbst zeichnen Unmengen von besonderen Dingen aus, von welchen er selber viele noch nicht einmal kennt.
Die Idee, dass jede wichtige Person einen einmaligen Wiedererkennungszug hat empfinde ich als sehr gut gelungen. So fiel mir die Unterscheidung der Charaktere von Anfang an nicht schwer.
Die Geschichte an sich steigert sich meiner Ansicht nach immer weiter. Dies hängt wohl damit zusammen, dass man Haps Identität immer mehr auf sie Spur kommt.
Kurz: Ich kann ,,Die Bücher von Umber I” nur weiterempfehlen. Ich denke vor allem für Kinder ab etwa 9 stellt diese Buch ein großen Lesevergnügen dar!
Dhampir 02-Seelendieb
Der Fantasy-Roman ,Seelendieb” ist der zweite Band der ,,Dhampir”-Bücher von Barb und J. C. Hendee. Der Roman erschien 2008 bei LYX verlegt durch den EGMONT-Verlag. Die Autoren brachten bereits Bücher wie ,,Through Stone and Shadow”, ,,Rebel Fay”, ,,Blood Memories” und viele mehr heraus.
Nach ihrem Sieg in Miiska über die Edlen Toten wünscht sich die Dhampir Magiere mit dem Halbelf Leesil und seinem Hund Chap nun ihr ersehntes ruhiges Leben führen zu können. Doch ein Brief aus der Hauptstadt Bela zeigt, dass Magiere vor ihrer Berufung nicht davonlaufen kann. Die Tochter des Ratsherr Lanjow wurde mit aufgeschlitzter Kelle aufgefunden. Nun soll Magiere herausfinden, ob sich Untote in der Stadt befinden und gegebenenfalls die Stadt von ihnen befreien.
In Bela angekommen zeigt sich, dass es nicht leicht ist den Mörder aufzufinden wie sie angenommen hatten. Der einzige Anhaltspunkt: Er trägt schwarze Handschuhe und benimmt sich wie ein Adliger. Doch ist er allein? Denn die Gefundenen wurden nicht alle auf die selbe Weise umgebracht.
Werden die drei es schaffen, den Geschehnissen auf den Grund zu gehen und rechtszeitig die Wahrheit erkennen?
Da ich schon den Vorgänger gelesen habe, ging ich mit einigen Erwartungen an den zweiten Band und ich muss sagen, sie wurden nicht enttäuscht.
Die Geschichte an sich, wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Dieses Mittel hat mir zugesagt, da ich ein sehr gutes Gesamtbild bekam. Doch die Autoren verstehen es auch, einem immer noch etwas zu verheimlichen, so dass die Spannung nicht zu kurz kommt.
Ich fand es auch interessant das Trio einmal in einer ganz neuen Umgebung zu sehen. Im letzten Band waren dies einige Dörfer und die Hafenstadt Miiska, so war die Hauptstadt etwas erfrischend Neues. Durch ihre schiere Größe haben die Figuren auch einen viel größeren Handlungsspielraum. Es gibt einfach viel mehr Schauplätze als im letzten Band und es zeigt sich wie Magiere, Leesil und Chap in der neuen Umgebung zurecht kommen.
Die Autoren brachten auch einige Elemente mit ein, die nicht das Hauptthema diese Buches betrafen, so holt Leesils Vergangenheit in beispielsweise ein und die Hauptcharaktere erfahren Dinge, welche sie ihr bisheriges Handeln in Frage stellen lässt. Durch diese einzelnen Gesichtspunkte öffnen sich die Autoren auch die Tür für weitere Bände.
Die Charaktere setzten sich wieder einmal aus ganz unterschiedlichen Wesensarten zusammen. Magiere, die sich fürchtet vor den Folgen, wenn ihre vampirische Seite zum Vorschein kommt und immer im Voraus plant.
Leesil, der Magieres Distanziertheit nicht zu deuten weiß und sie doch überallhin begleiten würde. Chap, der viel zu klug für einen herkömmlichen Hund ist und eine wichtige Rolle auf ihrer Jagd einnimmt. Und viele andere.
Kurz: Für jeden Fantasy-Fan, ist dieses Werk wie gemacht. Es enthält einfach alles, was einen guten Roman ausmacht! Ich kann es nur weiter empfehlen.
Wie man seine Eltern erzieht
Das Buch ,,Wie man seine Eltern erzieht” von Pete Johnson erschien 2010 bei arsEdition. Der Autor hat bereits Werke wie ,,Meine beste Freundin, mein Ex und andere Katastrophen”, ,,Dich krieg ich auch noch rum!” und ,,Runaway Teacher” verfasst.
Der 12-jährige Luis war immer ein Durchschnittsschüler und er sowie seine Eltern waren zufrieden mit ihm. Doch als die Familie umzieht und in eine Gegend kommt, in welcher sich die Eltern hauptsächlich damit beschäftigen zu scheinen, wie viel ihre Sprösslinge doch schon können, ändert sich das.
Luis Eltern verwandeln sich plötzlich in eine dieser schrecklichen Paare aus der Nachbarschaft. Sie scheinen sich ein Vorbild an Theos Eltern zu nehmen. Dieser ist immer Klassenbester und seine komplette Zeit wird durch Kurse und Lernen belegt.
Luis versteht seine Eltern einfach nicht mehr. Er träumt davon einmal ein weltbekannter Komiker zu werden, wozu braucht er da gute Noten?
Als seine Eltern ihm keine Ruhe mehr lassen und sie nichts mehr zu interessieren scheint als die Schule, greift Luis zu seinem letzten Ausweg aus dieser Situation: Dem Elternerziehungs-Programm.
Dieses wurde von seiner Agentin Maddy entworfen und diese schört auf den Erfolg.
Wird Luis so seinen Traum retten können und die Möglichkeit bekommen zu seinem alten Leben zurückzukehren?
Das erste, das mir zu diesem Werk einfällt ist, dass mir die Hauptperson Luis sofort gefiel. Er ist einer der bekannten Stimmungsmacher, der für jede Situation einen Witz parat haben. So ist sein Traum eines Tages ein Komiker zu werden auch nachvollziehbar. Luis zeigt in seinen jungen Jahren schon Entschlusskraft und Engagement zur Erfüllung seiner Träume. Mir sagt die Beschreibung dieses Charakters zu, er ist nicht wie der Durchschnitt in einer Schule lauter lerneifriger Kinder.
Das ganze Buch ist in Tagebuchform verfasst. Man verfolgt Luis Eintragungen über ein halbes Jahr hinweg. Ich finde durch die gewählte Form lernt man viel mehr über den Tagebuchschreiber selbst und kann so sein Handeln leichter nachvollziehen.
Die Geschichte an sich wurde in einem erfrischend lockeren Ton verfasst. Pete Johnson verstand es wirklich mich zum Schmunzeln zu bringen.
Die Schule oder ,,Lernhölle” wie Luis sie nennt, gehört zu der Sorte, die von ihrem Schülern auch wirklich Leistung erwarten. Die Beschreibungen, der Handlungen der Lehrer ließen einen immer mit Luis mitfühlen.
Das Cover des Buches besteht aus mehreren groben Zeichnungen, welche jeweils Situation der Geschichte wiedergeben. Dieses Element gefiel mir vor allem nach dem Lesen sehr gut. Besonders Luis mit seinem breiten Grinsen in der Mitte.
Kurz: Ich kann diese Buch wirklich weiterempfehlen. Für Kinder zwischen 8-12 Jahren genau das richtige für entspannte Nachmittage!!
Abonnieren
Posts (Atom)
