Montag, 14. April 2014

In was ist sie da nur hinein geraten?


Der Roman ,,Black Knights Inc.-Gestohlene Wahrheit“ von Julie Ann Walker erschien 2014 bei Egmont. Die Autorin findet man bereits auf der New York Times Bestsellerliste.

Als Ali Morgan vom Tod ihres Bruders erfährt bricht für sie eine Welt zusammen. Er war für sie der wichtigste Mensch auf der Welt, auch wenn sie ahnt, dass er nicht ehrlich zu ihr gewesen ist. Als sie von einem Fremden überfallen wird, wird ihr klar, dass sie nicht verrückt geworden ist, sondern dass ihr wirklich seit Griggs Tod jemand folgt. In was ist sie da nur hinein geraten? Auf der Suche nach Hilfe und Antworten sucht sie den alten Arbeitsplatz ihres Bruders und somit seinen besten Freund Nate Weller. Dass sich hinter der Motorradwerkstatt Black Knights Inc. wirklich mehr verbirgt als es den Anschein haben soll wird ihr spätestens dann bewusst, als ihr Gepäck untersucht wird. Das Resultat: Sie ist total verwanzt, als wäre das noch nicht genug, muss sie auch noch erfahren, dass ihr Bruder nach mehreren Tagen Folter gestorben ist und nicht durch einen unglücklichen Unfall. Vor seinem Tod hat er einen Auftrag angenommen, der nicht von  seinem Team autorisiert war. Sein Informant tot, er selber auch, nun stellt sich für alle dieselbe Frage:  An welcher Mission hat er gearbeitet? Und für Ali ganz persönlich: Wieso stößt Nate sie immer wieder von sich, obwohl er doch Gefühle für sie zu haben scheint, oder etwa nicht?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die ersten zwanzig bis dreißig Seiten nicht überzeugt von diesem Buch war, doch dann schien die Geschichte doch noch interessant zu werden und schließlich wollte ich sie nicht mehr aus der Hand legen, bis mir dann doch die Augen vor Müdigkeit zufielen.
Die Hauptcharaktere sind gut gewählt: Ali, eine taffe Frau, die durchhält, selbst wenn sie kurz vor dem Zusammenbruch steht. Sie merkt bald, dass sie Nate nicht einfach nur als Schwärmerei abtun kann, ihre Gefühle gehen tiefer. Doch er scheint sie grimmig und einsilbig auf Abstand zu halten, ,,Mr Emotionslos“, wie  sie ihn nennt.
Nate, von seinem Team auch Ghost genannt, war Griggs bester Freund, sie waren wie Brüder. Waren zusammen im Corps und sind beide ausgestiegen um bei Black Knights Inc. Einzusteigen. Die Bilder von Griggs letzten Minuten verfolgen Nate unaufhörlich, er fühlt sich vor Schuldgefühlen und Trauer innerlich zerrissen. Seine Gefühle für Ali machen die Sache nicht leichter, er muss sie auf Abstand halten, denn sie würden ihn, zu Recht wie er findet, hassen, wenn sie die Wahrheit kennen würde.
Das Team von Black Knights Inc. Stellt eine Truppe dar, in der nichts fehlt: Zankereien, unterdrückte Gefühle, Selbstzweifel, Loyalität, Integrität, Können und ein gemeinsames Ziel: Die Wahrheit über Griggs Auftrag zu erfahren.
Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Charaktere geschildert. Man erfährt, was in den Köpfen der einzelnen Charaktere vor sich geht. Durch dieses Mittel taucht der Leser viel tiefer in das Geschehen ein, wir können Handlungen aus verschiedenen Blickwinkeln beurteilen und uns noch besser in die Personen hineinversetzten. Nicht selten wünscht man sich, dass doch auch das Gegenüber wüsste, was in dem anderen vor sich geht.


Kurz gesagt: Trotz anfänglicher Zweifel würde ich mir das Buch jedes Mal wieder holen! Und bin schon ganz gespannt auf den nächsten Teil! 

Egal ob im Café, in der Bahn oder im Park, dieses Buch sollte definitiv dabei sein!


Der Roman ,,Losing it-Alles nicht so einfach“ erschien 2014 bei Egmont. Den Namen der Autorin Cora Carmack findet man mittlerweile sowohl auf der New York Times sowie auf der USA Today Bestsellerliste.

Bliss Edwards sieht es schon vor sich: Sie, süße 22 Jahre alt, schließt  das letzte Jahr am College ab und ist als einzige noch Jungfrau. Als sie sich ihrer besten Freundin Kelsey anvertraut, weiß diese was zu tun ist: Mission One-Night-Stand. In einer Bar trifft  sie auf den attraktiven und auch interessierten Garrick, und weiß, dass sie im Bett landen werden. Das einzige Problem: Bliss ist viel zu nervös  und läuft davon. Sie beschließt die ganze peinliche Begegnung zu vergessen, doch leider wird das unmöglich als sich der Unbekannte der Nacht als ihr neuer Dozent herausstellt. Sie versucht ihm aus dem Weg zu gehen und kann doch nicht aufhören an ihn zu denken und ihm scheint es genauso zu gehen.  Als ihr bester Freund Cade Bliss dann auch noch seine Liebe gesteht, wird ihr ohnehin kompliziertes Gefühlsleben völlig aus der Bahn geworfen. Wird Bliss schließlich noch den Ausweg aus diesem verworrenen Labyrinth finden, das nun ihr Leben bestimmt?

Ich lese wirklich nicht gerade wenige Bücher, doch schon lange habe ich nicht mehr so oft unwillkürlich lachen müssen, wie bei diesem Werk. Carmacks Schreibstill ist einfach frech und unterhaltsam. Bald konnte ich das Buch nicht mehr weglegen.
Ihre Figuren muss man einfach ins Herz schließen! Da haben wir zum einen die Hauptperson Bliss. Sie hat immer ein Leben innerhalb der Regeln geführt, sie brauchte Kontrolle und Sicherheit, doch seit sie Garrick kennt scheint ihr Leben Kopf zu stehen.
Garrick selber kann sowohl draufgängerisch als auch liebevoll und fürsorglich sein. Er geht mehr Risiken als Bliss ein und merkt bald, dass sie für ihn mehr ist als ein vermeintlicher One-Night-Stand.
Cade und Bliss sind ein Herz und eine Seele, sie kennen sich ewig, können sich aufeinander verlassen und fühlen sich unbeschwert in der Gegenward des anderen. Das ändert sich schlagartig, als Cade gesteht, was er für sie empfindet. Für ihn ist Freundschaft nicht mehr genug und auch nicht Bliss ,,Vielleicht…“, doch er ahnt nicht, wer der Grund für ihre Zerrissenheit ist.
Kelsey ist Bliss beste Freundin. Sie weiß genau, was sie will und nimmt es sich dann. Sie sieht super aus und weiß das auch einzusetzen. Von ihrer selbstbewussten, sorglosen, draufgängerischen Art hätte Bliss gerne auch etwas mehr.
Mit der Geschichte an sich habe ich mich gleich angefreundet, zwar ist sie nichts komplett neues, doch Carmack weiß wie man Leser an die Seiten bindet. Sie beschreibt Handlungen oft ausführlich, es hat etwas von der Art, wie manche selber erzählen würden, mit viel Liebe zum Detail. Dieses Mittel führt dazu, dass man sich besser mit der Stimmung der Geschichte identifizieren kann.

Kurz gesagt: Egal ob im Café, in der Bahn oder im Park, dieses Buch sollte definitiv dabei sein! Ich bin schon ganz gespannt auf den nächsten Teil und jeder der dieses Buch liest wird verstehen weshalb : ) 

Montag, 31. März 2014

Werden Merrick und Sorcha jene retten können, die ihnen am Herzen liegen?


Der Fantasyroman Göttliche Rache ist der zweite Band der Reihe Runen der Macht von Philippa Ballantine. Die aus Neuseeland stammende Autorin wurde bereits mit mehreren Preisen wie den Airship Award und den Steampunk Chronicles Reader’s Choice Awards für Best Fiction ausgezeichnet.

In Vermillion werden die kleinen Götter als nichtexistent abgetan, nach dem Bruch haben die Menschen den Glauben in sie verloren. Das heißt allerdings nicht dass es sie nicht mehr gibt. Die grausame Hatipai hat lange auf ihre Rache gewartet: Sie will jene leiden lassen, die sie einst eingekerkert haben und ihrer Macht beraubt haben. Ihr Feind ist niemand anders als der Rossin. Doch soll sich in Orinthal, der Hauptstadt von Chioma nicht nur das Schicksal von Raed Rossin entscheiden, sondern der Fortgang der Welt, wie sie  sie alle kennen. Für Merrick und Sorcha ist klar, dass sie Raed retten müssen, denn nicht nur ihr magisches Band hält die drei zusammen, sondern auch die schlummernden Gefühle zwischen Sorcha und Raed. Allerdings verbirgt das Königshaus von Chioma viel mehr Geheimnisse, als man glauben würde. Werden Merrick und Sorcha jene retten können, die ihnen am Herzen liegen?

Nach der Lektüre des ersten Bands war ich gespannt wie es weiter gehen würde und eins kann ich vorweg sagen: Die Erwartungen werden nicht enttäuscht!
Ballantine verwendet dieselbe Taktik wie bei ihrem Vorgänger: Der Leser bekommt immer wieder Puzzlestücke, welche sich nach und nach zusammenfügen. Wenn man glaubt schon alles zu wissen, schafft es die Autorin  doch immer wieder einen noch zu überraschen.
 Dieser Teil verrät nicht nur viel über das Jetzt sondern wir tauchen auch tiefer in die Geschichte vor dem Bruch ein.  Wir verstehen nicht nur die Zeit der Ethia besser sondern erlangen neues Wissen über den ersten Band. Obwohl dieser Band einige neue Charaktere auf den Plan ruft ebenso wie in sich verstrickte Geschehnisse, verliert man nie den Überblick. Die Geschichte an sich ist wieder einmal fesselnd. Die Zusammenführung alter und neuer Charaktere ist wunderbar gelungen, vor allem Nynnias Rolle. Endlich erfahren wir wer sie wirklich war, weshalb sie Merrick und Sorcha im ersten Band geholfen hat und was danach mit ihr geschehen ist. Die Autorin beantwortet nicht nur die Fragen, die man an den zweiten Band hatte, sondern geht noch um einiges weiter. An Stellen, an welchen man nicht glaubte dass da noch mehr verborgen liegt, belehrt sie uns eines Besseren. Auch  ist es sehr interessant zu sehen, wie Merrick und Sorcha gezwungenermaßen  getrennt voneinander agieren. Man merkt, wie sehr beide eigentlich auf einander angewiesen sind. Durch diese Erfahrung lernen wir auch die beiden Hauptcharaktere noch besser kennen. Allgemein lässt auch Ballantines Schreibstil keine Wünsche offen.


Kurz gesagt: Jeder der den Vorgänger kennt, wird begeistert sein. Wer ihn noch nicht kennt, sollte ihn schnellstens lesen :) 

Samstag, 29. März 2014

Alles oder nichts. Paris mit Chris oder die Staaten ohne ihn?


Der Erotikthriller Hingabe  ist der dritte Band der Deep Secrets Reihe von Erfolgsautorin Lisa Renee Jones. Die, auf der New York Times Bestsellerliste aufgeführte, Autorin verfasste bereits Werke wie die Zodius- Reihe und Süßer Schmerz.

Chris stellt Sara vor ein Ultimatum: Alles oder nichts. Paris mit Chris oder die Staaten ohne ihn. Ihr ist klar, dass sie nicht mehr ohne den charismatischen, geheimnisvollen Künstler leben will. Sie will ihn ergründen, egal welche dunklen Geheimnisse er versucht zu verbergen. Doch der Aufbruch zu einem neuen Leben mit Chris wird von manchen im ganz anderen Licht gesehen: Flucht. Flucht aus den Staaten, Flucht vor der Justiz? Dass Rebecca, nach der Sara so lange gesucht hat,  aus Eifersucht von  Ava getötet wurde ist nun klar, doch wo ist die Leiche? Ohne diese fällt es leicht, dass die wirkliche Mörderin Sara beschuldigt. Sie hat ihren alten Job übernommen, kennt ihre Tagebücher, könnte Mark erpresst haben und außerdem ist sie geflüchtet. Und als ob das nicht schon genug wäre, findet man auch noch keine Unterlagen über eine Heirat von ihrer besten Freundin Ella. Diese Spur führt zu Garner Neuville, er ist reich, mächtig und kriminell. Nun stellt sich die Frage: Was wollte er von Ella? Und vor allem, wo ist sie? Das Hin und Her in Chris und Saras Leben spiegelt sich auch in ihrer Beziehung wieder. Alte Freunde aus der Vergangenheit, in Form der weiblichen, attraktiven Amber verkomplizieren die Situation noch weiter. Hat ihre Beziehung eine Zukunft oder werden die Geister der Vergangenheit siegen?


Nachdem der letzte Band für Aufklärung über Rebecccas Schicksal gesorgt hat, stand nun Ellas Verbleib und der weitere Weg von Sara und Chris im Vordergrund. Die Anschuldigungen Avas rufen das Thema Rebecca nun wieder auf den Plan, allerdings muss ich sagen, dass ich mir hier mehr gewünscht hätte. Die Idee, dass der Mord weiterhin Bestandteil der fortlaufenden Handlung bleibt, hat mich angesprochen, doch die Umsetzung verlangt eindeutig nach einem Mehr. Ähnlich verhält es sich bei Ellas Verschwinden. Endlich erfährt der Leser mehr über ihren Verbleib. Zwar war sie in Paris, doch geheiratet hat sie nicht. Sie war längere Zeit bei Neuville, doch der suche sie wohl ebenso. Da ich mich seit dem ersten Band gefragt habe, was mit Ella passiert ist, war ich nun begierig auf Antworten. Die Autorin versteht es die Spannung aufrecht zu erhalten, Langeweile ist kein Begriff den Deep Secrets kennt. Langsam fügt sich das Puzzle zusammen und man glaubt Ella immer näher zu kommen, doch bleibt die erhoffte vollständige Klärung aus. Insofern Jones kein eigenes Buch oder E-Book zu Ellas Geschichte in Planung hat, kann ich dieses Ende nur als mangelhaft bezeichnen. Zwar lässt es darauf hoffen und falls dies zutrifft, wird dies das nächste Buch in meinem Regal, doch leider habe ich davon noch nichts gehört.
Gegensätzlich verhält es sich bei Saras und Chris Beziehung. Sara hat sich entschieden ihm zu folgen, doch zu Recht fragt sie sich: ,,Was ist der Preis für Chris?“ Sie will ihn ergründen, will seine dunkle Seite erschließen, doch weiß  sie was da auf sie zukommt? Die Geschehnisse in ihrem Leben sowie Amber verkomplizieren das brüchige Glück der beiden. Zwar ist für ihn klar ,,Alles, was ich jenseits von Freundschaft mit Amber hatte, liegt lange zurück. Du bist meine Gegenward und hoffentlich meine Zukunft. Ich bin für Amber mehr ein großer Bruder“, doch sieht Amber das ebenso? Sie gehörte zu dem Teil in Chris Leben zu dem Sara unter anderem vordringen will und scheint Chris nicht einfach einer anderen Frau  überlassen zu wollen. Eine Figur aus dem Teil von seinem Leben zu dem Sara auch gehören will und das auch in sexueller Hinsicht. Amber als Gegenpol ist eine brillante Idee, sie wirft neue Fragen und Problempotentiale auf. Allerdings habe ich auch hier etwas zu kritisieren:  Dass der Weg zum Glück für die Hauptcharaktere mehr als steinig ist, wird schon im ersten Band schnell deutlich, doch gibt es im dritten Band für mich zu viel Hin und Her in Bezug auf das Gefestigtsein in seinem Glauben an die Beziehung. Die Auf und Abs an sich passen zu der Geschichte, dass Sara zu Beginn des dritten Bandes noch unsicher ist auch, allerdings ist der Kontrast von Ich kämpfe um uns und Ich werde ihn verlieren irgendwann nicht mehr passend. ,,Wenn du mich alleine lassen willst, hättest du früher weggehen müssen, als ich noch wusste wie man ohne dich atmet“, beschreibt perfekt ihre Seite, und doch steht sie in einer unverhältnismäßigen Opposition zu Ihrer wiederkehrenden Unsicherheit.
Spaß beim Lesen hatte ich trotzdem zu Genüge, die Charaktere an sich seit dem ersten Band faszinierend, die neu Dazukommenden sind brillant gewählt.


Kurz gesagt: Für bereits mit den Vorgängern vertraute Leser ist der dritte Band ein Muss, allerdings hätte das Potential der Geschichte noch mehr ausgeschöpft werden können! 



Montag, 17. Februar 2014

Wie Feuer wirst du durch den Wald lodern. Fürchte dich vor dem Wasser!




Der Sonderband  ,,Warrior Cats-Blausterns Prophezeiung“  von Erin Hunter ist 2013 bei Beltz & Gelberg erschienen. Erin Hunter ist das Pseudonym für ein britische Autorenteam, bestehend aus Kate Cary, Cherith Baldry, Victora Holmes und Tui Sutherland.  Die Autorinnen haben bereits drei Staffeln von Warrior Cats veröffentlicht und ein großes Publikum begeistern können.

,,Wie Feuer wirst du durch den Wald lodern. Fürchte dich vor dem Wasser.“, als Blaupfote diese Prophezeiung erhält, weiß sie nicht was sie davon halten soll. Hat der alte Heiler Recht und ihr ist Großes vorherbestimmt? Aber kann man ihm überhaupt noch trauen? Schließlich hat er den Donnerclan in eine Schlacht geschickt, bei welcher ihre Mutter ums Leben kam. Als sich die Unruhen in ihrem Clan immer mehr verschlimmern, wird ihr klar, dass sie die neue Anführerin werden muss um den Clan zu retten. Auf keinen Fall darf Schiefpfote diesen Posten übernehmen und den Donnerclan in eine von Kämpfen und Blut erfüllte Richtung lenken. Doch wird Blaupfote alles was ihr lieb und teuer ist aufgeben können, um diesen Weg zu folgen? Oder wird die dem Wasser erliegen?

Ich habe mich an diesen Sonderband herangewagt ohne die Reihe zu kennen. Es ist schwierig sich anfangs zu Recht zu finden, es gibt so viele Namen und Bezeichnungen. Vor allem ändern sich diese immer wieder, wenn die Katzen zum Schüler und dann zum Krieger ernannt werden. Doch nach einigen Kapiteln habe ich mich dann auch mit der Welt der Katzen vertraut gemacht.
Das Welt der Geschichte ist wirklich wunderbar gelungen: Verschiedene Clans, mit  unterschiedlichen Lebensweisen, Ansichten, Jagdmethoden. Freundschaften sind nicht vorgesehen, Liebe schon gar nicht und wenn es doch mal passieren würde, wäre das Tuch des Schweigens schon “griffbereit“. Jede Katze durchläuft den Weg zum Schüler und dann zum Krieger oder aber zum Heiler.  Wir finden einen Rahmen, welcher das Leben aller Katzen bestimmt, sie festlegt und die Clans von einander distanziert hält.
Mittendrin lebt Blaupfote, sie hat schon früh ihre Mutter verloren, auch ihre Schwester war zu jung zum sterben.  Sie hat großes Potential muss aber zu viel in ihrem Leben aufgeben um an ihr Ziel zu gelangen. Ich will aber nicht zu viel verraten, schließlich sollt ihr den Band noch selber lesen.
Es gibt für mich nur einen Kritikpunkt: Gegen Ende des Romans werden die Ereignisse im Zeitraffer dargestellt. Sicherlich ist dies ein Mittel, dass oft hilfreich sein kann, jedoch ist der Kontrast hier zu stark ausgeprägt. Zu viel Wichtiges passiert auf ein paar Seiten. Abgesehen davon kann ich den Roman nur weiterempfehlen!

Kurz: Eine tolle Geschichte, die sich zu lesen lohnt! Mir hat sie Lust auf die Staffeln gemacht, auf die ich schon sehr gespannt bin!



Dienstag, 31. Dezember 2013

Wer den Vorgänger kennt und liebt, wird von dem Nachfolger ebenso begeistert sein!







Der Erotikroman ,,Deep Secrets-Enthüllung“ erschien 2013 bei Egmont. Die aus Texas stammende Autorin Lisa Renee Jones darf sich  bereits über einen Platz auf der New-York-Times-Bestseller-Liste freuen. Ihr Werk ,,Deep Secrets“ besteht aus drei Bänden, der letzte wird im März 2014 erscheinen.

Vor den Sommerferien war Sara McMillan noch eine ganz normale Schullehrerin mit Begeisterung für Kunst. Nun arbeitet sie in der angesehenen Allure Art Gallery und ist mit Chris Merit, einem der reichsten Künstler der Welt zusammen. Trotzdem wird sie von Zweifeln heimgesucht: Von ihrer Vorgängerin Rebecca fehlt immer noch jede Spur. Nachdem jemand den Lagerraum durchsucht hat, scheint es um so wichtiger Rebecca schnell zu finden.  Und welche Geheimnisse verbirgt Chris immer noch vor ihr? Aber noch viel wichtiger: Werden ihre eigenen Geheimnisse die beiden auseinander bringen?


Der zweite Band der Reihe kann den Erwartungen, welche der Leser aus dem ersten mitgebracht hat, wirklich gerecht werden. Endlich hat man das Gefühl dem Geheimnis um das Verschwinden von Rebecca näher zu kommen. Nachdem wir erfahren haben, dass Mark Compton der Besitzer eines geheimen Clubs, mit ganz besonderen Vorlieben, ist, haben wir ihn umso mehr  im Verdacht mehr zu wissen als er zugeben will. Er ist immer noch der perfekt aussehende, reiche, kontrollabhängige Mann, vor dem Chris Sara immer wieder warnt. Wieso sollte er also auch keine  zweifelhafte Beziehung zu Rebecca unterhalten haben?
Allerdings steht in diesem Band noch ein anderes Thema im Mittelpunkt: Die Beziehung von Chris und Sara. Unserer  Hauptperson wird klar, dass ihr reicher Künstler mehr für sie ist, als ein bloßer Sexpartner. Sie will zwar noch nicht aussprechen, dass sie ihn liebt, doch genau danach sieht es immer mehr aus. Die beiden verbindet mittlerweile mehr als der Schmerz der Vergangenheit, vor welchem sie davon laufen, auch wenn der Sex seinen Stellenwert für beide nicht verloren hat. Chris und Sara sind sich viel näher gekommen, als sie es noch im ersten Band waren und doch: Chris hat immer noch Geheimnisse in Hülle und Fülle, wie es scheint, doch auch Sara verbirgt etwas. Beide schienen einander mehr oder weniger gut zu tun, zumindest im Vorgängerband, doch nun fragt man sich: Wird der dunkle Schmerz der Vergangenheit und Gegenwart sie zerstörren?
 Als Michael die Bildfläche betritt, Saras Ex-Verlobter und Vertrauter ihres Vaters, ist sie nahe am Zusammenbruch. Ebenso geht es Chris, nachdem Dylan stirbt, er flüchtet sich in Mark Club und diesmal scheint Sara nicht genug um seinen Schmerz zu bewältigen. Er schließt sie aus, fliegt alleine nach L.A. und sie stürzt sich in ihre Arbeit.
Bei Jones Geschichte kann man einfach nur mit fiebern, das ganze Werk ist zwar ein riesiges Hin und Her von Ereignissen und Gefühlen, doch wieder verliert man nie den Überblick. Ebenso gibt es einige neue Charaktere, doch fügen sich alle perfekt in das Gesamtbild der Geschichte mit ein. Man hat das Gefühl, dass sie einfach hier her gehören. Und Erotik trieft immer noch von unzähligen Seiten, Leidenschaft fast ohne Grenzen, pure Lust gemischt mit unerforschter Dunkelheit.
Allerdings gibt es diesmal auch einen Kritikpunkt, denke ich: Wir kommen Rebecca immer näher, lösen schließlich das Geheimnis um ihr Verschwinden und damit gerät alles außer Kontrolle. Der Übergang von den bisherigen Geschehnissen zu einer Schießszene ist zu krass. Die Szene selber nicht detailreich genug. Dieses Gefühl beschleicht einen vor allem, da Jones sonst sehr genau beschreibt, man hat sich daran gewöhnt und vermisst es dann gerade hier besonders. Schließlich hat man der Auflösung um dieses Geheimnis entgegen gefiebert und trotz dass man zufrieden ist mit der Geschichte, die man nun erfährt, fehlt etwas. Dies ist aber auch das einzige, das ich wirklich kritisieren kann.
Das Ende macht wieder Lust auf den nächsten Band, wenn man diesmal auch glaubt zu wissen, wie Sara sich entscheiden wird.


Kurz gesagt: Wer den Vorgänger kennt und liebt, wird von dem Nachfolger ebenso begeistert sein! 

Dienstag, 12. November 2013




Der Erotikroman ,,Deep Secrets-Berührung“ erschien 2013 bei Egmont. Die aus Texas stammende Autorin ist bereits auf der New-York-Times-Bestseller-Liste. Ihr Werk ,,Deep Secrets besteht aus drei Bänden, der letzte wird im März 2014 erscheinen.

Sara McMillan ist Englischlehrerin an einer Schule, sie hat an ihrem Beruf nichts auszusetzten, bis auf eine Sache: Er ist nicht in der Kunstbranche. Viel lieber würde Sara nämlich, ihrer Traum nachgehen, zwar malt sie nicht selber, doch ist sie durch ihr Studium in diesem Gebiet bewandert. Hier geht sie auf, hier fühlt sie sich sicher.
Als ihre beste Freundin Ella überraschend über die Sommerpause in die Flitterwochen geht, nach einem noch überraschenderen Antrag, kümmert sich Sara um Ellas Wohnung und um den Lagerraum mit Rebecca Masons ehemaligen, nun zwangsversteigerten Eigentum.  Anders als ihre Freundin beschließt Sara das Hab und Gut ihrer eigentlichen Besitzerin zurückzugeben. Doch wo befindet sich die Unbekannte? In ihren Tagebüchern hofft Sara auf Hinweise zu stoßen. Diese hoch erotischen Schriften, führen Sara schließlich zu Rebeccas Arbeitsplatz: Der Allure Art Gallery. Da es nun eine unbesetzte Stelle gibt, übernimmt Sara den Job der Tagebuchschreiberin, solange sie abwesend ist, so sagt sie sich zumindest. Doch was hat es mit Mark Compton, Rebeccas und nun auch ihrem Chef auf sich? Ist er der dunkle, gefährliche Mann aus den Schriften? Oder vielleicht doch Chris Merit, von welchen sie persönlich immer mehr angetan ist? Sicher ist, dass sie beide ein dunkles Geheimnis hüten. Nun stellt sich die Frage, wird Sara ihr neues Leben, inmitten der beiden reichen, mächtigen und geheimnisvollen Männer, zu der von ihr  Gesuchten führen?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht wusste, was ich von diesem Buch zu erwarten hatte. Ich bin viel eher der Fantasyleser, aber wollte mich einmal an etwas Neues wagen. Man muss wirklich sagen, dieses Buch wird seinen Genre gerecht. Es ist von purer, die Grenzen überschreitender Lust durchtränkt.  Es ist somit kein Werk für jemanden, der eine süße, romantische Liebesgeschichte sucht, bei welcher die Vorgänge im Schlafzimmer etwa so aussehen: ,,Dann zog er mich an sich, küsste mich innig, während unsere Kleider sich im Zimmer verteilten, bevor wir uns voller Verlangen in das Bett fallen ließen. Ende“ Dieses Buch beschreibt sehr ausführlich, die sexuellen Abenteuer unserer Hauptperson. Manchen Tagen sind ganze Kapitel gewidmet. Allerdings hatte ich nie das Gefühl, dass Jones Werk sich in einer reinen Erotikgeschichte ohne irgendeinen interessanten Hintergrund  verliert. Der Leser vergisst nur selten, dass es noch reichlich offene Fragen gibt, auf deren Antwort wir brennen:
Wo ist Rebecca? Lebt sie überhaupt noch? Was hat es mit dem Machtkampf zwischen Chris und Mark auf sich? Ist Mark der Mann aus den Tagebüchern? Ist Ella auch in dieselben Fänge geraten oder wirklich nur in den Flitterwochen?

Natürlich ist die Story an sich von purer Erotik geladen, doch trotzdem weißt sie Inhalt auf, welcher einen anspornt weiter zu lesen. Dies trifft auch auf die Charaktere an sich zu, sie machen einen neugierig darauf, welche Geheimnisse sich hinter ihnen verbergen.

Sara, die Hauptfigur, kommt aus reichem Hause, hat sich allerdings nach dem Tod ihrer Mutter von diesem und somit auch ihrem Vater verabschiedet. Sie hat sich schon immer von Männern angezogen gefühlt, welche die Kontrolle übernehmen wollen, ja geradezu abhängig davon  sind. Diesen Fehler will sie nicht wieder machen. Aber wie sieht es mit Chris und Mark aus? Passen diese beiden nicht zu der Beschreibung? Oder ist zumindest Chris doch anders? Sie lässt sich auf ein neues Leben ein, voller Abenteuer, Kunst, Geheimnissen und Erotik.

Chris Merit ist der Rebell-Künstler: Reich, gut aussehend, einer der reichsten noch lebenden Künstler. Doch kann er so ,,Normal“ wirken. Nicht schick, sondern cool. Nicht protzend, sondern einfach selbstbewusst.  Er ist es, der Sara vor Mark warnt, doch vor allem warnt er sie vor sich selbst, denn er sei noch viel schlimmer. Also was verbirgt sich hinter Chris Merit?

Mark ist von Familie und Arbeit aus zu genüge mit Geld, Macht und Einfluss versorgt, nicht anders als Chris. Doch braucht er die Kontrolle, er weiß wie man zum einschüchternden, gefürchteten Chef wird. Er testet Sara, will sie sich unterordnet und genau im Gedächtnis behält, dass sie ihm gehört. Doch was verbindet nun ihn und Chris?

Die Charaktere sind einfach grandios gewählt. Selbst zum Ende des Buches hin, wird es nicht langweilig, dass sich immer noch genügend Fragen um sie ranken. Ich wage zu behaupten, dass sogar eher das Gegenteil der Fall ist. Die Spannung bleibt erhalten, vor allem durch den Schluss, aber mehr hierzu wird nicht verraten.

Der Schreibstil ist schlicht und ergreifend fantastisch. Jones beschreibt immer genau, ihre Seiten enthalten unzählige Adjektive, ihre Vergleiche sind einfach ausgezeichnet. Sie schreibt nicht in ausgedehnten, langen Sätzen und garantiert auch dadurch, dass erst gar keine Logik- oder Verständnisfehler aufkommen.

Kurz gesagt: Ich kann ,,Deep Secrets-Berührung“, an all jene weiterempfehlen, die darauf vorbereitet sind, dass sie hier mehr als eine süße Liebesgeschichte erwartet. Ich kann sagen, dass ich selbst schon ganz gespannt auf den nächsten Band bin!

Donnerstag, 7. November 2013



Der Roman ,,Gut.Besser.Das Beste auf der Welt.“ Von Johanna Lindbäck erschien 2013 bei Beltz und Gelberg. Die in Schweden lebende Autorin veröffentlicht mit diesem Werk ihr erstes in deutscher Sprache.

Man stelle sich ein normales Leben vor, in einer kleinen Stadt. Es gibt die typischen Auf-und Abs. Gewohnheit unterbrochen von Variationen des täglich Wiederkehrenden. Aber dennoch ist man glücklich. Eine Beziehung mit einem attraktiven Partner. Gegenseitige Liebe. Aber da ist immer noch dieser Wunsch selbstständiger zu werden, nicht mehr nur abhängig von den Eltern und deren Entscheidungen zu sein. Wie erfüllen sich junge Erwachsene dieses Streben auf aufregende Weise? Genau, sie machen ein Auslandsjahr, am besten weit weg, am besten eine große Stadt. Neue Menschen, ein neues Leben, eine neue Person. Genau davon hat Sara geträumt. In London war alles möglich, dort kannte sie niemand und wenn sie zurück nach Schweden kommt, wäre sie eine andere. Ihr Plan geht auf, doch leider ist sie nicht die einzige, die sich verändert hat. Matthias,  von welchem sie sich vor ihrem Abflug getrennt hat, ihn aber nie richtig aus dem Kopf bekommen hat, scheint ihr so weit weg. Ebenso Bella, seine Schwester und ihre eigentlich einmal beste Freundin. Nun ist die zurück in Schweden, und all die Dinge und Menschen, welche sie vermisst hat, werden langsam wieder eintönig oder halten sie auf Abstand. Doch was hat es mit diesem Adrian auf sich? Bei ihm fühlt sie sich wohl, verstanden, einfach glücklich. Doch Liebe? Sie will doch eigentlich Matthias zurück, oder etwa doch nicht…?

Lindbäcks Roman passt zwar einerseits in das Klischee einer der vielen Variationen von Liebesgeschichten, doch verliebt man sich einfach in ihre Figuren, obwohl der Ausgang des Buches von vorne herein klar vorstellbar ist. Sicherlich ist dieses Werk für niemanden etwas, der dem unsicheren Ende einer komplizierten Erzählung entgegenfiebern möchte, doch werden die vorliegende Art von  Büchern, zumindest von mir, auch viel eher gelesen, da mich die Umsetzung interessiert. Welche Art von Charakteren, mit welcher Art von Leben, schafft es wie, über welche Umwege, zum bekannten Ziel? Sicherlich ist dies eine komplizierte Formulierung, aber genau diese Antworten haben für mich ,,Gut.Besser.Das Beste auf der Welt“  zu einem Werk gemacht, welches ich der weiblichen Jugend durchaus empfehlen kann.
Sara, unsere Hauptperson, aus deren Sicht berichtet wird, hat keine besonderen Talente. Sie ist einfach durchschnittlich und eben dieses Faktum hat sie unter andrem auch dazu bewogen sich in die Fremde von London zu stürzen. Sie sieht relativ gut aus, ist sportlich und unsicher. Zwar hat sie sich damals von Matthias getrennt, doch nun da sie wieder da ist, hält sie den Gedanken nicht aus, wie ein anders Mädchen bei ihm ist, ihn berührt, ihn küsst. Sie ist entschlossen zumindest seine Freundschaft wieder zu gewinnen, doch wird sie rasch von seiner ablehnenden Art verunsichert.
Matthias hat Sara aufrichtig geliebt und kam mit der Trennung von ihr am besten klar, in dem er den Kontakt gänzlich abgebrochen hat. Er ist hin-und hergerissen, weiß nicht wie er mit ihr umgehen soll, oder besser wie er sich ihr gegenüber verhalten möchte.   Er lässt sie nur langsam wieder an sich heran, nachdem er ihr deutlich gezeigt hat, wie es ist ohne seine fröhliche, entspannte Art auskommen zu müssen.
Adrian wirkt fast schon forsch, als sich Sara und er kennenlernen. Bald wird jedoch klar, dass dies nur seine Fassade ist. Als Sara allerdings mit Jiu-Jitsu anfängt und  ihm dort begegnet, zeigt er sein wahres ich: Freundlich, Neckisch, Sportlich (trotz immer gleicher nichtssagender Kleidung, die dies nicht wirklich ahnen lässt) und von der Vergangenheit gezeichnet.
In Lindbäcks Schreibstil findet man sich sehr schnell ein, es ist nie schwer ihr zu folgen.  Sie schafft es, dass man sich auch selbst wiederfindet und zwar gerade dadurch, dass Saras Leben die ganzen herkömmlichen Abläufe ebenso aufweist. Sie geht zur Schule, sie joggt, trifft sich mit Freunden zum Kaffee trinken, Filme schauen und Feiern und natürlich dieses eigene Erkennen, das der Alltag Abwechslung braucht. Sie schafft sich diese mit Jiu-Jitsu und Adrian.

Zusammenfassend kann sich sagen: ,,Gut.Besser.Das Beste auf der Welt.“ Ist für alle diejenigen etwas, die komplizierte Liebesgeschichten mit Happy End so wie so gerne lesen aber auch für alle anderen, die im Winter im Warmen eine süße Story lesen wollen!!



Mittwoch, 9. Oktober 2013

Doch was passiert, wenn keine Regel mehr gilt, wenn alles Gelernte nichtig wird?


Der Roman ,,Die Runen der Macht“ von Philippa Ballantine erschien 2013 bei Egmont. Die in Neuseeland geborene Autorin  hat bereits Preise wie den Parsec Award und Sir Julius Vogel Award gewonnen.
Sorcha, der stärksten Aktiven in ihrem Orden, wird nach einem Geisterangriff ein neuer Partner zugeteilt: Der Sensible Merrick Chambers. Er ist außerordentlich talentiert, doch keiner von beiden ist sehr erfreut über die angeordnete Verbindung.
Jedoch gab es im Norden des Kaiserreiches Wellen von Übergriffen durch Unlebende. Nun heißt es handeln. Erzabt Hastler schickt Sorcha und Merrick nach Ulrich um die Lage wieder zu normalisieren. Die Regeln im Umgang mit Geistern kennen beide genau:
Geister hungern nach Seelen, doch können sie sich diese nicht einfach bedienen. Sie greifen keine Sensiblen an, haben keinen Verstand mit dem sie Entscheidungen treffen könnten.  Wasser, ist ein Element, welches sie meiden. Die verschieden Geisterarten können sich nicht vereinen. Und am allerwichtigsten: Mit Hilfe der Runen der Aktiven und dem Riemen der Sensiblen, können Diakone die Anderswelt in Schach halten.
Doch was passiert, wenn keine Regel mehr gilt, wenn alles Gelernte nichtig wird und ein neues Kapitel in der Geschichte des Kaiserreichs anbricht?
Sorcha, Merrick und Read Rossin, der Sohn des gestürzten Kaisers, werden in einen Strudel aus Intrigen, Magie, Wahnsinn, Verrat und Hass, aber auch Verbundenheit und Liebe gezogen. Aber dessen noch nicht genug, muss Read auch noch durch einen Fluch an einen Geisterkönig gebunden sein, welchen  bisher niemand bezwingen konnte.
Wie viele Opfer wird dieser Kampf fordern? Was wird aus der Welt werden, wie Sorcha sie kannte?

Zu Beginn des Romans fluten viele Informationen auf den Leser ein. Ich musste mich erst einmal zu Recht finden, in der Welt der Diakone. Doch sobald man das Grundgerüst erfasst hat, kann man diesen Roman einfach nicht mehr weglegen. Man muss wissen wie es weiter geht.
Ballantine beschreibt sehr genau, was ihre Charaktere erleben. Es ist auffällig, wie oft sie selbst kleine Gesten und Gefühle ihrer Figuren in Worte fasst. Dieses Mittel habe ich sehr schnell zu schätzen gelernt. Bald konnte ich mir außerordentlich genau vorstellen, wie eine der Personen, in verschiedenen Situationen auftreten wird. Die Charaktere an sich sind ausgezeichnet gewählt.
Sorcha, sie stärkste Aktive des Ordens, lebt in einer kalten, toten Beziehung, und findet bei Raed eine Art von Zuneigung, die ihr viel zu lange versagt geblieben war. Sie ist willensstark, aber temperamentvoll und manchmal etwas zu selbstbewusst. Sie glaubt an die Ideale ihres Ordens, doch ist auch bereit die Regeln zu brechen um Schlimmeres zu verhindern.
Merrick, ein überaus begabter Sensibler, empfindet die Partnerschaft zu Sorcha anfänglich furchteinflößend. Keiner von beiden wollte sie, doch schließlich wird keiner von beiden sie wieder auflösen wollen. Merrick ist ein herzensguter Mensch und stärker als man glaubt.
Read hat es immer gemieden an Land zu gehen. Das Wasser gab ihm Sicherheit vor Geistern und somit sich selbst.  Durch die Verletzung des alten Pakts seiner Familie mit dem Rossin muss er nun mit einem schrecklichen Fluch leben. Kommt Read den Anderswelt zu Nahe, bricht der Rossin aus ihm hervor. Niemand konnte diesen Geisterkönig bisher bändigen,  während Raed hilflos in ihm gefangen ist.
Nynnia, welche auch nach Ulrich reist, verzaubert Merrick von ihrer ersten Begegnung an. Doch wer genau ist sie? Und vor allem, auf welcher Seite steht sie?
Ich musste mich einfach in diese Charaktere verlieben! Je weiter die Geschichte fortschreitet, umso mehr bangt man mit ihnen und um sie. Die Kombination der erschaffenen Welt und Charaktere überzeugt, genauso wie die Idee des Romans an sich.
Ballantine lässt immer genug Raum zum Nachdenken. Mehr als einmal stellt man als Leser den erwarteten Fortlauf der Geschichte in Frage und liegt damit genau richtig. Die Autorin überrascht einen gekonnt und schafft somit den verstärkten Anreiz hinter die Geheimnisse zu kommen. Ebenso wie den zweiten Band gleich bei Erscheinung zu kaufen J
Kurz gesagt: Diesen Roman muss man gelesen haben!




Freitag, 20. September 2013

Warmes Wasser aus silbernen Rohren. Heißer Kaffee aus silbernen Kannen.


Der Coming-Of-Age-Roman ,,Die besseren Wälder“ erschien 2013 bei Betz und Gelberg. Der in Düsseldorf lebende Autor Martin Baltscheit ist auch im Bereich Theater, Film und Hörbuch aktiv. Mehrere seiner Werke erhielten bereits Auszeichnungen und Preise wie den Deutschen Jugendliteraturpreis, die Silberne Feder oder für seinen aktuellen Roman der Jugendtheaterpreis.

,,Höhlen mit Gängen bis zum Mittelpunkt der Erde‘‘
  ,, Überall ist Licht alles Leuchtet‘‘
,,Geburtstag feiern sie drei Tage.'‘
,,Warmes Wasser aus silbernen Rohren. Heißer Kaffee aus silbernen Kannen. Ungezählt sind die Schafe und die Wildschweine so fett, wir können und kaum satt essen daran. In den besseren Wäldern leben wir Wölfe wie Wölfe“.
Stell dir vor du bist ein dreijähriger Wolf, dessen Familie schon zu lange hungern muss. Würdest du dich in die besseren Wälder aufmachen? Die Eltern des kleinen Wolfs träumen von den Verheißungen der besseren Wälder. Dort wird es ihnen besser gehen. Dort werden sie genug zu essen haben. Dort lässt es sich leben. Doch nur ihr Sohn wird den Zaun überqueren, sie werden es nicht überleben, werden nie sehen was er sieht: Sein neues Zuhause.
Wanda und Frauke können keine Kinder bekommen, schon lange wünschen sie sich ein kleines Schäfchen. Als sie den jungen Wolf finden, einsam und verloren, nehmen sie ihn auf. Sie machen ein Schaf aus ihm, nennen ihn Ferdinand.
Als Ferdinand 17 Jahre alt wird, ist er beliebt, er ist der singende Star der Schafe. Auch Melanie ist fasziniert von ihm.  Mit ihr zusammen überquert er den Zaun, besucht das Rote Dorf. Am nächsten Tag findet er sich im Gefängnis wieder. Er soll Melanie Weißherz getötet haben. Und Ferdinand, der Star der Schafe, soll in Wirklichkeit ein Wolf sein.

Der Roman von Baltscheit ist kein durchschnittliches Buch mit fortlaufenden Seiten, gefüllt mit Unmengen von Buchstaben, sondern er spielt mit Bild und Schrift. In oft bunten Farben findet der Leser Zeichnungen der Landschaft, Personen und Szenen. Auch die Schrift passt sich der Geschichte an: Die Größe kann variieren, ebenso wie ihre Farbe. Der Autor lässt nicht nur die schwarzen Lettern seine Geschichte  erzählen, sondern das komplette Werk.
Die Idee der Geschichte spricht mich an. Ein Wolf, der seine wahre Herkunft nicht kennt, sie schließlich doch akzeptieren muss, aber dennoch gefangen ist zwischen seinen Identitäten. Es ist durchaus möglich den Sachverhalt der Geschichte auf uns Menschen zu übertragen. Wir müssen uns nur die Reaktion vorstellen, wenn jemand nicht der ist der er zu sein vorgab. Es ist dann egal, ob er davon wusste oder nicht, man begegnet ihm im guten Falle nur mit Skepsis. Die Person hat sich nicht verändert, sie ist die selbe mit der man noch am Tag vorher geredet hat, doch nun ist sie für einen ein komplett anderer Mensch. Allerdings bringen die Reaktionen, die Abneigung der Menschen gegenüber dem einen, sowie das eigene Nachdenken über sich selbst möglicherweise eine neue Person hervor.
Ferdinand geht es eben so. Er fragt sich, wer er ist und noch viel wichtiger, wo er hingehört. Er ist gefangen zwischen zwei verfeindeten Welten: Die zu der seine Art gehört und jene, die ihn aufgezogen hat. Er kann kein Schaf mehr sein und ein richtiger Wolf ist er auch nicht.
Jano und Mascha, führen ihn in die Welt der Wölfe ein. Für Mascha empfindet er schließlich mehr als er anfangs geglaubt hätte. Ihr eigentlicher Freund Jano nimmt ihn mit zu der Insel der Wölfe, welche planen die besseren Wälder zu überfallen und dazu benötigen sie seine Hilfe.
Dort leben immer noch Wanda und Frauke, seine „Eltern‘‘. Zwei herzensgute Schafe, die immer sehr stolz auf ihren Ferdinand waren und nicht daran glauben, dass er Melanie hätte  umbringen können.
Melanie selbst war seine erste Liebe. Jünger als er, aber wagemutig. Sie träumte von der großen Welt und dem Ausbrechen aus den gewohnten Konventionen. Feigheit war keine Tugend für sie, im Gegenteil zu dem Rest der Schafe.
Baltscheit hat einfach eine geniale Figurenkonstellation erschaffen, welche dem Roman eine besondere Note verleiht. Er hat an alles gedacht um dieses Werk mehr als lesenswert zu machen.


Kurz gesagt: ,,Die besseren Wälder“ sollte jeder gelesen haben, es ist ein tolles Werk, dass zum Nachdenken anregt. 

Donnerstag, 15. September 2011

Junkgirl



Der Jugendroman ,,Junkgirl” erschien 2011 bei Beltz und Gelberg. Die aus Würzburg stammende Autorin Anna Kuschnarowa verfasste bereits Werke wie ,,Spielverderber” und ,,Schattensommer”.


Die Familie Johansson könnte man als Vorzeigefamilie bezeichnen. Die meisten der Kinder haben sich bereits ihr eigenes Leben aufgebaut, sie gehen jeden Sonntag in die Kirche, ernähren sich ausschließlich gesund, achten auf Benehmen, Normen und ihren Ruf. Die einzige die bei ihrem Lebensstil aus der Reihe fällt ist Alissa.

Alissa ist die jüngste der Geschwister und das schwarze Schaf der Familie. Sie hat sich schon immer viel lieber mit Jungs getroffen als mit den eingebildeten, langweiligen Mädchen aus ihrer Gemeinde zu spielen. Doch trotz der Tatsache, dass ihr die Lebensform ihrer Familie immer mehr zuwider wird, weiß sie nicht, wie sie aus ihr ausbrechen kann. Dies ändert sich als eine neue Schülerin an ihre Schule kommt: Tara.

Tara verkörpert auf den ersten Blick als dass was Alissas Eltern missbilligen würden. Sie kleidet sich aufsehenerregend, lässt sich nichts gefallen und scheint aus einer anderen Welt zu kommen. Durch Tara lernt Alissa ein Leben kennen, mit welchen sie vorher nie in Kontakt gekommen ist. Doch dieses bringt nicht nur die guten Seiten mit sich, wie Freiheit, Liebe und Selbstbestimmung. Denn bald findet sich Alissa in einem Strudel aus Partys, Drogen und der bedrückenden Realität wieder. Was wird geschehen, wenn es irgendwann nicht mehr so leicht ist in den bittersüßen Sog der drogenvollgepumpten Höhenflüge zu entkommen?


Der Schreibstill von Anna Kuschnarowa hat mich sogleich in seinen Bann gezogen. Sie versteht es Textstellen eine gewisse Eindringlichkeit zu vermitteln indem sie immer wieder kurze Satzfragmente verwendet. Manchmal in der Art wie man selber denken würde, wodurch ich mich in größerem Masse angesprochen gefühlt habe. Desweitern bringt sie hin und wieder englische Floskeln ein, wie sie die Jugend von heute gerne in ihrem Sprachgebrauch verwendet. Dieses Mittel baut für junge Erwachsene eine Art sprachlichen Wiedererkennungswert auf.

Die Gestaltung des Textes ist interessant und irgendwie auch fesselnd. Wir haben keine Kapitelunterteilung, dafür aber zwei verschiedene, durch die Schriftart gekennzeichnete Erzählzeiten.
Zum absoluten Großteil dreht sich das Werk um Alissas Leben kurz vor ihrer ersten Begegnung mit Tara bis hin zum Ende der Zeit, welche sie mit ihr verbrachte. Die zweite Erzählzeit ist die momentane Gegenwart. Sie wird in Unterhaltungen, Zwiegesprächen und Gedanken von und zwischen Alissa und Alice dargestellt, welche sich jedes Mal auf die vorher vorgestellten Textabschnitte aus Alissas Vergangenheit beziehen. Alice ist die Person, die die Drogen aus unserer Hauptperson gemacht haben.

Die Geschichte an sich ist fesselnd, regt zum Nachdenken an und rüttelt, wie viele solcher Werke an den Gitterstäben der Vorstellungen von einem über Menschen, welche ebenso ein Leben da draußen führen könnten und wie man ihnen begegnet, wenn man sie auf der Straße sieht. Man kennt die Geschichte der Personen nicht, weiß nicht wie sie dazu kamen, was sie dazu bewegt hat und doch urteilt man so oft viel zu schnell über sie. Sicherlich ist der Konsum von Drogen und das möglich dazuführende Leben nichts, dass man sich wünscht, etwas das einen befremdet, mit dem man nicht unbedingt etwas zu tun haben möchte. Doch die Menschen an sich, sind genauso Menschen, wie jeder andere. Gerade, da derlei Werke einen dazu animieren über solche Dinge nachzudenken, welche meist nicht zu unserem eigenen Alltag gehören und doch etwas Alltägliches sind, lese ich sie gerne. Ich kann nur sagen, dass Anna Kuschnarowas Werk außerordentlich gut gelungen und wirklich lesenswert ist.

Die Figuren der Geschichte bestehen aus ganz verschiednen Charakteren aus unterschiedlichen “gesellschaftlichen Welten”, was dem Ganzen noch einen zusätzlichen authentischeren Touch verleiht.

 Unsere Hauptperson Alissa kommt aus einer wohlhabenden Familie, welche sie in einem Käfig aus Vorschriften, Regeln und Normen festhält. Durch Tara, in welche sie sich verliebt, wird sie schließlich zur ,,Drug-Princess” und lebt ein wildes drogenerfülltes Leben, ohne an das Morgen zu denken.

Die 18-jährige Tara hat ihre Eltern bei einem Autounfall verloren und lebt bei ihrer Oma. Sie ist bekannt als die ,,Queen of Shore” und versucht zu Beginn noch Alissa von ihrer Welt fern zu halten. Sie fällt durch ihren Stil und ihre selbstsichere Haltung sofort auf, hat aber auch eine sensible Seite.

Leander war früher einmal mit Tara zusammen, bevor sie sich zu ihrer Liebe zu Frauen bekannte und liebt sie immer noch. Er ist der einzige wahre Freund, der an Taras und Alissas Seite bleibt. Er nimmt zwar selbst Drogen, doch schafft er es noch so zu wirken, als hätte er alles irgendwie im Griff. Er ist die größte Stützte für die beiden jungen Frauen.

Es gibt noch viele andere Figuren, die das Gesamtbild der Geschichte vervollständigen und sie zu dem machen, was sie geworden ist.


Kurz gesagt: Ich kann den Jugendroman ,,Junkgirl” jeden ans Herz legen, der einmal tiefer in diese Welt aus trügerischem Schein und der harten Wirklichkeit eintauchen will. Für Jugendliche ab etwa 15 und aufwärts ist dies eine interessante, aufrüttelnde Lektüre!

Wie Marshmallows mit Seidenglitzer- Die zweite Kollektion



Der Jugendroman ,,Wie Marshmallows mit Seidenglitzer- Die zweite Kollektion” erschien 2011 bei Chicken House. Das Werk ist Sophia Bennetts Nachfolger von ,,Wie Zuckerwatte mit Silberfäden- Die erste Kollektion”.


Endlich ist es soweit Krähes erste Kaufhauskollektion steht bevor, in dem angesagten Miss-Teen Kaufhaus in London. Durch Fleiß und Anstrengung hat sich das ehemalige ugandische Flüchtlingskind einen Namen gemacht und wird in Designerkreisen immer bekannter. Doch ohne ihre drei besten Freundinnen wäre sie nie so weit gekommen: Nonie, Jenny und Edie.

Währen andere junge Menschen in ihrem Alter zuhause sitzen und sich über Hausaufgaben beschweren, welche ja viel zu viel Arbeit darstellen, kreieren die vier ganze Kollektionen, besuchen Modeschauen, proben für große Theateraufführungen oder starten Campagnen, welche unsere Welt verbessern sollen und bewältigen nebenher noch die typischen Teenagerprobleme.

Trotz all dem Stress würden sie ihren Alltag nicht eintauschen wollen. Doch dann werden sie mit Vorwürfen aus ungeahnter Richtung konfrontiert: Die Kollektion von Krähe soll von armen Straßenkindern aus Mumbai hergestellt worden sein. Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen reisen die jungen Talente nach Indien um sich mit eigenen Augen von den Verhältnissen in den Fabriken zu überzeugen. Was erwartet sie dort in der Fremde und vor allem werden die Vorwürfe Halt finden?


Die Autorin Sophia Bennett schafft durch ihren Schreibstil und ihre Figuren eine sympathische Atmosphäre, die einen zum Weiterlesen anspornt. Sie versteht es wirklich den Leser schnell von ihrem Werk zu überzeugen. Durch die Zusammenstellung der vier Hauptpersonen entsteht ein gewisser Flair, welcher mich sogleich ansprach. Da haben wir zum einen Krähe, ein junges Mädchen im Teenageralter, welche einst als Flüchtlingskind zusammen mit ihren Bruder aus Uganda herkam. Sie entdeckte früh ihre Leidenschaft zum Design und wird bereits von bekannten Persönlichkeiten und Unternehmen gebucht. Sie hat immer diese Seite, die einen an ein Reh mit großen Kulleraugen erinnert. Wenn es zu viel Trubel gibt, versteckt es sich bei seiner Mutter, wo es sich sicher fühlt und sich keinen Kopf mehr macht über eventuelle Sorgen. In Krähes Fall ist dies ihr großer Bruder Henry.

Nonie, aus dessen Sicht das Buch verfasst wurde, ist die Managerin ihrer Freundin und ein Organisationstalent. In hektischen Situationen fühlt sie sich zuhause. Sie zieht sich gerne ausgefallen an, verrückte Kombinationen sind bei ihr Alltag, wobei diese nicht negativ auffallen, sondern durch ihre Originalität bestechen.

Jenny liebt das Theater. Sie hat einmal eine Nebenrolle in einem Kinofilm gehabt, bei welcher sie allerdings versagt hat. Bei einem neuen Stück dieses Mal auf den Londoner Brettern kommt sie allmählich wieder aus sich raus und gewinnt ihr Selbstvertrauen in diesem Gebiet wieder.

Edie ist die einzige im Bunde, welche nicht immer modisch gekleidet ist. Sie engagiert sich für viele soziale Gebiete und würde ohne ihren PC verloren sein. Durch ihre Website erhält nicht nur sie Unterstützung bei ihren Campagnen sondern verhilft auch Krähe zu noch größerer Bekanntheit.

Diese Auswahl der Hauptfiguren sagt mir sehr zu. Auch die anderen Charaktere haben alle ihren Charme und verleihen dem Werk seinen Reiz.

Die Geschichte an sich ist genau der richtige Lesestoff für eine schöne Sommernacht. Bennett gelingt es die herkömmlichen Probleme der vier Mädchen wie Liebe, Nervosität vor dem großen Auftritt und Prüfungen perfekt mit dem zum Teil stressigen Leben als aufsteigende Designer und Team zu verbinden.

Durch das Einbringen von möglicher Kinderarbeit verlieht sie dem Roman zudem etwas Tiefe, da sich zeigt, dass die vier nicht nur in einer glamourös teueren Welt leben sondern auf dem Boden der Realität geblieben sind und sich mit solchen Problemen genau so beschäftigen.


Kurz gesagt: Ich kann Sophia Bennetts Jugendroman jeden ans Herz legen, der nach einer sympathischen Geschichte mit Charme sucht!

Montag, 29. August 2011

Die Komplizin



Der Jugendroman ,,Die Komplizin” von Eireann Corrigan erschien 2011 bei Chicken House, einem Carlsen-Verlag.
In dem kleinen Ort Colt River passiert nie etwas. Keine Einbrüche, keine Gewalttaten oder Überfälle. Höchstens einmal ein großer Bär zu nah am Waldrand vor dem man sich in Acht nehmen sollte. Nun stellt sich die Frage, wie man von einem so kleinen, naturnahen Gebiet aus berühmt werden könnte!? Chloe und Finnley, haben eine Lösung gefunden: Chloe verschwindet spurlos für mehrere Tage, ohne sich danach an etwas zu erinnern und Finn entdeckt ihre beste Freundin als strahlende Heldin. Dieser Plan wäre für die beiden das Freilos erst zur Berühmtheit und dann zu all den Dingen, die man durch eben diese leichter erreicht. So zum Beispiel die Annahme an einer Wunschuni.
Chloe und Finn setzten ihre Idee nach sorgfältiger Planung in die Tat um, doch das Leben lässt sich nun mal nicht bis ins kleinste Detail planen. Als Dean, ein liebenswürdiger, netter Junge, von der Polizei als Mordverdächtiger festgenommen wird, will Finn nicht mehr weiter lügen. Sie will diesem aus der Kontrolle geratenen Einfall ein Ende setzten. Sie kann es nicht ertragen einfach Deans ganzes weiteres Leben zu zerstören, doch da hat sie ihre Rechnung ohne Chloe gemacht. Wird Finn stark genug sein um mit der Wahrheit herausrücken? Oder wird sie weiter mitspielen und es auf das Risiko enttarnt zu werden ankommen lassen?
Ich muss sagen, dass die Idee der Geschichte von Eireann Corrigan mir zusagt. Zwei Mädchen, die aus einem kleinen, unbekannten Ort aus, ihre Fahrkarte in die große Welt da draußen suchen und dabei nicht an all das Unheil denken, dass sie anrichten könnten. Mir gefällt auch wie Finn, welche jahrlang mit Chloe durch dick und dünn gegangen ist, während der Durchführung ihres gemeinsamen Plans, langsam immer klarer wird, wie sehr sich ihre beste Freundin verändert hat.
Die Umsetzung der Geschichte empfinde ich allerdings leider als misslungen. Die Einleitung des Buches ist eigentlich gut geworden, der Hauptteil ist viel zu lang und der Schluss zu kurz. Meiner Meinung nach hätte man die Gewichtung der einzelnen Teile anders darstellen sollen. Der Hauptteil beschreibt ausschließlich die acht Tage, in welchen Chloe sozusagen verschwunden ist und was um Finn herum geschieht. Manchmal bringt die Autorin auch Geschichten, welche die beiden Freundinnen von früher noch verbinden mit ein. Dieses Faktum wiederum ist ein interessantes Mittel, welches ich als ansprechend empfand. Doch im Allgemeinen ist der Hauptaugenmerk hier auf die falschen Ereignisse gelegt worden. Die Geschehnisse zum Ende des Hauptteil und der Schlussteil wären für mich, die jenigen gewesen aus welchen man eine fesselnde, interessante Geschichte hätte machen können, wenn man sie weiter ausgebaut hätte. Gerade, was nach dem Ende des Buches passiert wäre, wie es weitergegangen wäre, hätte mich äußerst interessiert!
Zum Schreibstil muss ich sagen, dass er durchaus lesenswert ist. Die Autorin schafft es allerdings nicht die nötige Spannung für eine derartige Geschichte aufzubauen. Mir fehlt dieses besondere Etwas.
Die Figuren in ,,Die Komplizin” sprechen mich hingegen an. Vor allem die beiden Hauptfiguren und Dean, aber auch all die anderen sind ansprechend beschrieben und ergänzen sich.
Chloe, das Mädchen, das aus der Stadt aufs Land zog, damit ihr kranker Bruder Cam etwas mehr Ruhe und Ordnung genießen kann. Sie hat sich vom Außenseiter zum Schulschwarm gewandelt und badet gerne in der Bewunderung, der ihr zuteil wird. Doch sie hat auch eine andere Seite, welcher man im Laufe des Buches immer mehr auf die Schliche kommt. Sie ist berechnet, denkt nur an sich und würde sehr weit gehen um ihre Ziele zu erreichen, weiter als die meisten anderen.
Finn ist ein nettes, aber unscheinbares Mädchen, der man im Umgang mit Tieren nichts vormachen kann und Chloes beste Freundin. Sie realisiert nicht, dass sie sich geradezu an ihre Freundin klammert und immerzu versucht ihr zu gefallen. Finn ist eigentlich ein herzensguter Mensch, welche die ganze Sache sehr mitnimmt.
Dean hat Probleme mit dem Sprechen, weswegen er auch ,,Der Stotterer” genannt wird. Er ist in Chloe verliebt und ein freundlicher, liebenswürdiger junger Mensch, der niemanden etwas zu Leide tun würde.
Kurz gesagt: Das Werk ,,Die Komplizin” würde ich jemanden, der nach Spannung und verflochtenen Begebenheiten, in welche sich die Charaktere verstricken sucht, nicht empfehlen. Wer jedoch nach einer leichten Geschichte, welche nicht viele Fragen aufwirft Ausschau hält, ist hier an der richtigen Adresse.

Montag, 22. August 2011

Rose und das Geheimnis des Alchemisten





 
Rose lebt als Waise im St. Bridget’s im London des 19. Jahrhunderts. Das einzige, was sie von ihrem früheren Leben weiß ist, dass sie in einem Fischerkorb verlassen auf einem Kirchhof aufgewunden wurde. Die meisten Waisen träumen davon eines Tages von ihren Eltern abgeholt zu werden, doch nicht Rose. Sie wünscht sich einfach nur bald auf eigenen Beinen stehen zu können, in dem sie durch Hausarbeiten ihr Geld verdient und so ihr Leben selbst gestalten kann. Im Waisenhaus St. Bridget’s wird sie durch strenge Regeln und Arbeit auf ihr späteres Leben vorbereitet.

Doch nie hätte Rose gedacht, dass sie das Waisenhaus schon so bald verlassen würde. Sie bekommt eine Anstellung als Dienstmädchen bei einem bedeutenden Alchemisten und Mitglied des Hofes seiner Majestät. Rose arbeitet hart, doch bei ihrer Arbeit merkt sie, dass sie Dinge wahrnimmt, welche den anderen verborgen bleiben. Sie ist hin und her gerissen zwischen Faszination und Angst. Rose weiß, dass sie Dinge kann, die nicht “normal” sind. Aber sie will nichts von der Magie in ihr wissen, doch diese ist ein Teil von ihr und tritt immer wieder zu Tage. Als sie ihre Kräfte nicht mehr verleugnen kann, versucht sie diese zu ignorieren.

Man hört immer wieder von verschwundenen Kindern, doch erst als ihre beste Freundin verschwindet, erkennt Rose den wirklichen Ernst der Lage. Sie überwindet die Angst vor ihrer Magie und die Furcht vor den Konsequenzen und versucht zusammen mit dem Zauberlehrling ihres Dienstherrn, sowie dessen Tochter und Gus, einem magischen Katzer, dem Geheimnis der verschwundenen Kinder auf den Grund zu gehen…


Holly Webbs Schreibstil hat mich mitgerissen, sie beschreibt alles sehr genau, sodass man sich ein präzises Bild von der Handlung machen kann. Ebenso von den Schauplätzen und den Charakteren.

 Jeder Charakter hat seinen eigenen besonderen Zug. Rose beispielsweise hat mich durch ihre unschuldige und liebenswürdige Art sogleich für sie eingenommen. Gustavus, ein magischer Kater, frischt durch seine hilfsbereite, lustige und auch kluge Art die Geschichte noch zusätzlich auf. Oder Isabella, welche eine ausgemachte Intrigantin ist und ihrer Gouvernante wie auch sonst allen das Leben schwer macht. Es ist einfach alles dabei.

Die Handlung an sich, hat meinen Geschmack ebenso getroffen. Der innere Konflikt von Rose zieht sich durch das komplette Buch und ich konnte die einzelnen Etappen genau mitverfolgen. Ähnlich wie die Begebenheiten, welche die Charaktere immer näher an das Geheimnis der verschwundenen Kinder heranführt. Auch die Tatsache, dass mich einiges zum Lachen brachte hat mich erfreut.

Ich fand es unter anderem interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Charaktere mit Magie umgehen. Einige der Angestellten wollen nichts mit ihr zu tun haben, fürchten sich vor ihr, obwohl sie täglich in einem Haus eines hohen Alchemisten arbeiten. Dann gibt es zum Beispiel Freddie, welcher Sohn eines Alchemisten ist, sich bei Rose´ Dienstherren ausbilden lässt und somit völlig normal mit Magie umgeht. Oder Rose, welche sich zwischen beiden Reaktionen hin und her bewegt.

Als ich mir das Cover, nachdem ich das Buch gelesen hatte, noch einmal anschaute, empfand ich es als äußerst passend. Die dargestellte Person ist Rose, sie trägt eine für Dienstmädchen typische Schürze, zugleich hält sie einen Besen in Händen. Dieser Besen war für mich eine Assoziation für die beiden Seiten in Rose. Einmal ist ein Besen natürlich zum Saubermachen da, was Rose Anstellung als Dienstmädchen entspricht. Doch andererseits verbinden wir auch Besen mit Hexen. In dieser Geschichte gibt es zwar keine Magier, die mit Besen fliegen, doch musste ich trotzdem daran denken.

Zum anderen haben mir auch die pflanzenartigen Verzierungen zu Beginn jedes Kapitels zugesagt.


Kurz: Ich kann ,,Rose und das Geheimnis des Alchemisten” nur weiter empfehlen. Ich finde das Buch hat seine Reize sowohl für Klein als auch für Groß.
Zudem bin ich gespannt auf eine Fortsetzung, da das Ende der Geschichte darauf hoffen lässt!

Im Zauber der Sirenen



Die 17-jährige Vanessa bewundert ihre ein Jahr ältere Schwester Justine sehr. Justine strahlt für Vanessa all die Dinge aus, die ihr zu fehlen scheinen: Selbstbewusstsein, Waghalsigkeit, Stärke und einfach ihre fröhliche Art, welche sie bei allen beliebt macht.

Dafür beneidet Vanessa sie auf einer Seite, doch gleichzeitig liebt sie sie auch wegen ihrer unverbesserlichen Art. Justine ist ihre Stütze, ihre Beschützerin, wann immer sie sich fürchtet.

Um so schlimmer ist es für Vanessa als sie die Nachricht von Justins Selbstmord bekommt. Sie soll bei Nacht und den heftigsten Stürmen von den Chione Cliffs gesprungen sein. Jenen Klippen, welche die Schwestern mit den Carmichaelbrüdern jeden Sommer heimlich besucht haben.

Als Vanessa herausfindet, dass ihre Schwester im Herbst nicht nach Dartmouth gegangen wäre, wie sie es jeden glauben lassen hat und in der Nacht vor ihrem Tod noch mal im Haus gewesen war, macht sie sich auf den Weg. Sie begibt sich auf die Suche nach der Person, welche Justin als einziges wirklich gekannt zu haben scheint: Caleb Carmichael.

Als sie jedoch bei ihrer Ankunft erfährt, dass Caleb verschwunden ist, rückt die Suche von ihm in den Vordergrund. Zusammen mit Simon Carmichael versucht sie den Vorkommnissen im Winter Harbor auf den Grund zu gehen. Denn die Todesopfer häufen sich. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind allesamt männlich und ihr Gesicht zu einem Grinsen verzehrt.

Steht Caleb das selbe bevor? Hat das alles mit Justins Tod zu tun? Vanessa und Simon kommen den Geheimnis immer näher, doch werden sie rechtzeitig das ganze Ausmaß erkennen? Werden sie Winter Harbor vor den Wesen schützen können die den Ort heimsuchen?


Tricia Rayburns Geschichte hat mich überwältigt. Nach zwei, drei Kapiteln wollte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte und die Erzählweise Rayburns hat mich gefangen genommen.

Rayburn gibt einem immer mehr Rätsel auf, immer neue Informationen, die irgendwie ins Cluster passen müssen. Aber trotz diesen vielen Puzzelteilen, schafft sie es auf irgendeine Weise, dass man nie den Überblick verliert.

Ihre Erzählart würde ich als spannend bezeichnen, doch zugleich auch gefühlvoll. Ein Gemisch aus beiden. Mich hat sie sehr angesprochen, ich kam sehr leicht mit und war bald ganz in die Geschichte eingetaucht.

Auch für Überraschungen wurdee immer wieder gesorgt. Manchmal in einer Richtung, in welcher ich ganz und gar nichts in Frage gestellt hätte. Rayburn weiß einfach, wie man den Leser zum weiterlesen bewegt.

Die Geschichte an sich, hat mir auch sehr zugesagt. Ein Gemisch aus Fantasy und Realität, dass in der Geschichte nicht übertrieben oder aufgesetzt wirkt. Die Elemente fügen sich perfekt in die Begebenheit mit ein. Vor allem, da diese hier schon immer ein Teil des Lebens der Hauptpersonen waren ohne, dass sie es geahnt hätten.

Die Charaktere sagen mir auch zu. Vor allem, da es Rayburn schafft ihre Rollen in der Geschichte erst zum passenden Zeitpunkt zu enthüllen, so dass man immer mehr versteht, in welcher Verbindungen die ganzen zueinander Personen stehen oder standen.


Kurz: ,,Im Zauber der Sirenen” kann ich nur weiterempfehlen. Jeder, der Fantasy mit einer Portion Mystery und Liebe mag, hat hier seinen perfekten Roman gefunden!

Die Buchdruckerin



,,Die Buchdruckerin” von Sabine Weiss ist 2010 beim Marion von Schröderverlag erschienen, einem der Ullsteinverlage. Sie verfasste bereits Romane wie ,,Die Wachsmalerin“ und ,,Das Kabinett der Wachsmalerin”.
 
Margarethe wird in eine Familie von Buchdruckern im 16. Jahrhundert geboren. Ihr Vater Hans Prüß ist ein bedeutender Straßburger Drucker, welcher Margarethe in seine Arbeiten miteinbindet. Als er stirbt muss sie ihr Können unter Beweis stellen, doch nicht jeder ist ihr wohl gesonnen. Vor allem, da noch die Zeiten der Zunft herrschen, in welcher Frauen nichts zu suchen haben.

Straßburg ist für seine Toleranz bekannt und stellt sich offen gegen die Ausführung des Wormser Edikts und somit auch gegen den Kaiser und den Papst. Straßburg ist weit bekannt für seine Wahrung der Freiheit, doch die Zeiten ändern sich. Auch für Margarethe und ihre Familie. In Zeiten der Reformation kann man nie sicher sein, welche Buchdrucke nicht doch plötzlich verteufelt und verboten werden. Aber Margarethe möchte, dass die Menschen von guten Werken erfahren, dass sie sich selbst eine Meinung bilden können. Dies birgt jedoch viele Gefahren und auch Gegner. Oft muss sie ihre Druckerei von neuem verteidigen. Wird Margarethe es schaffen ihre Liebe, ihr Leben und ihre Druckerei zu beschützen?


Da mich die Zeit um die Reformation interessiert, war ich sogleich auf dieses Buch gespannt. Ich fand es beeindruckend einmal etwas über diese Zeit in einer anderen Gegend zu lesen, als direkt im Zentrum. Zu sehen, welche Auswirkungen der neue Glaube an anderen Orten hatte.

Da dies ein historischer Roman ist, habe ich auch vieles über Straßburg selbst und das Handwerk der Drucker gelernt.

Die Charaktere in ,,Die Buchdruckerin” haben sehr viele Typen von Menschen geboten. Margarethe selbst, die immer wieder um ihr Glück kämpfen muss, wird zu einer starken Frau, die weiß was sie will.
Ihre Männer haben unterschiedliche Charakterzüge. Sie gerät an Ehemänner die sie liebt, doch auch an solche, bei welchen sie erst später den Fehler dieser Verbindung erkennt.

Da dieses Buch das ganze Leben und das Schicksal von Margarethe Beck darstellt, gibt es unzählige wichtige Personen. Doch Sabine Weiss schafft es, dass man den Überblick nicht verliert. Auch wenn man manchmal mitdenken muss um sich zu entsinnen, welche Funktion jemand noch mal hatte.

Der Schreibstil gefällt mit meist sehr gut. Manchmal finde ich, dass die Autorin etwas nicht genau genug beschreibt. Aber dies liegt wohl auch daran das der Fokus auf den geschichtlichen Geschehnissen liegt.
Zu erwähnen wäre auch die wunderschöne Karte am Beginn und Ende des Romans. Sie zeigt Straßburg zu der Zeit der Reformation. Ich persönlich fand es sehr reizvoll diese Karte zu studieren.

Eines, das mir persönlich nicht gefallen hat, ist dass am Ende mancher Kapitel oder Abschnitte, wenn es gerade danach aussah, dass alles sich zum Guten gewendet hätte, ein Satz kam, der darauf hinwies, dass es nicht so bleibe werde. Sicherlich, hin und wieder ist dies ein gutes Mittel um den Leser anzuspornen, das ,,warum” dieser Andeutung herauszufinden, aber für mich wird dieses Mittel zu oft verwendet. Ich sehe es als schön an, wenn eine Art Happy End auch einmal als ein solches bestehen bleibt ohne Tipp auf zukünftige Schicksalsschläge.

Margarethes Leben finde ich sehr ansprechend dargestellt, durch ihre Funktion als Druckerin, bekommt sie sehr viel von den wichtigen Geschehnissen zu dieser Zeit mit.


Kurz: Ich finde, dass dieses Werk für alle geschichtlich Interessierten ein sehr guter Tipp ist. Auch für jeden, den das Schicksal einer Frau im 16. Jahrhundert interessiert. Es wäre jedoch von Vorteil etwas Vorwissen zu den Begebenheiten um Luther, Karlstadt und die Folgen ihres Wirkens zu haben.

Der gefundene Junge



,,Die Bücher von Umber- Der gefundene Junge” erschien 2010 im Carlsen Verlag.
Der Autor Paul William Cantanese veröffentlichte bereits Bücher wie ,,The Brave Apprentice”, ,,The Eye Of The Warlock” ,,The Riddle Of The Gnome und einige mehr.


Lord Umber erhält einen Brief, welcher ihm einen Schatz verspricht insofern er die einstmals prunkvolle Stadt Alzumar aufsucht. In Alzumar gibt es schon lange kein Leben mehr, der einzige Bewohner ist der gefürchtete Tyrannenwurm. Doch von seiner Wissbegier angetrieben begibt sich Lord Umber zusammen mit drei Gefährten auf die gefährliche Reise.

In der Stadt findet er etwas unerwartetes: Happenstance. Einen Jungen, der keine Erinnerungen an ein früheres Leben hat. Dies soll der Schatz sein?

Hap hat einen Brief bei sich, in welchen angedeutet wird von welcher Wichtigkeit er für das Schicksal der Welt ist.

Lord Umber nimmt den Jungen mit sich, doch schon bald ist ihnen ein schreckliches Wesen namens Occo auf der Spur, welches nach Haps Leben trachtet. Werden sie es schaffen Occo zu entkommen, damit Hap seiner Bestimmung folgen kann?


Zu Beginn sprach mich die Geschichte nicht sofort an, doch nach den ersten Kapiteln war ich begierig darauf die Antworten auf die vielen Fragen zu erfahren. Schon im ersten Kapitel stellt sich die Frage wer Hap wirklich ist. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr und erfasst schließlich von welcher Wichtigkeit Hap für die Welt ist.

Die erschaffene Welt an sich hat mir sehr gut gefallen. Es gibt sämtliche Wesen, die man sich vorstellen kann. Manche waren mir bekannt, andere neu.

Die Geschichte spielt größtenteils in Kurahaven, einer wundersamen, fantastischen Stadt, welche auch das Königshaus beherbergt. Die Ideen, wie dieser Ort aufgebaut ist, die einzelnen Elemente haben mir sehr zugesagt.

Die auftretenden Figuren haben alle ein besonderes Merkmal. Lord Umber scheint der größte Erfinder dieser Zeit zu sein und seine immerwährende Fröhlichkeit und Neugier zeichnen ihn aus.

Sophie ist eine begabte Zeichnerin, welche für Lord Umbers Bücher die Zeichnungen anfertigt. Zudem hat sie ein erstaunliches Merkvermögen für Kleinigkeiten.

Oates ist mit einem Fluch belegt, welchen ihn immer die Wahrheit sagen lässt. Dies macht ihn aber auch zu einem vertrauenswürdigen Helfer.

Und Hap selbst zeichnen Unmengen von besonderen Dingen aus, von welchen er selber viele noch nicht einmal kennt.

Die Idee, dass jede wichtige Person einen einmaligen Wiedererkennungszug hat empfinde ich als sehr gut gelungen. So fiel mir die Unterscheidung der Charaktere von Anfang an nicht schwer.
Die Geschichte an sich steigert sich meiner Ansicht nach immer weiter. Dies hängt wohl damit zusammen, dass man Haps Identität immer mehr auf sie Spur kommt.


Kurz: Ich kann ,,Die Bücher von Umber I” nur weiterempfehlen. Ich denke vor allem für Kinder ab etwa 9 stellt diese Buch ein großen Lesevergnügen dar!

Dhampir 02-Seelendieb



Der Fantasy-Roman ,Seelendieb” ist der zweite Band der ,,Dhampir”-Bücher von Barb und J. C. Hendee. Der Roman erschien 2008 bei LYX verlegt durch den EGMONT-Verlag. Die Autoren brachten bereits Bücher wie ,,Through Stone and Shadow”, ,,Rebel Fay”, ,,Blood Memories” und viele mehr heraus.


Nach ihrem Sieg in Miiska über die Edlen Toten wünscht sich die Dhampir Magiere mit dem Halbelf Leesil und seinem Hund Chap nun ihr ersehntes ruhiges Leben führen zu können. Doch ein Brief aus der Hauptstadt Bela zeigt, dass Magiere vor ihrer Berufung nicht davonlaufen kann. Die Tochter des Ratsherr Lanjow wurde mit aufgeschlitzter Kelle aufgefunden. Nun soll Magiere herausfinden, ob sich Untote in der Stadt befinden und gegebenenfalls die Stadt von ihnen befreien.

In Bela angekommen zeigt sich, dass es nicht leicht ist den Mörder aufzufinden wie sie angenommen hatten. Der einzige Anhaltspunkt: Er trägt schwarze Handschuhe und benimmt sich wie ein Adliger. Doch ist er allein? Denn die Gefundenen wurden nicht alle auf die selbe Weise umgebracht.

Werden die drei es schaffen, den Geschehnissen auf den Grund zu gehen und rechtszeitig die Wahrheit erkennen?


Da ich schon den Vorgänger gelesen habe, ging ich mit einigen Erwartungen an den zweiten Band und ich muss sagen, sie wurden nicht enttäuscht.

Die Geschichte an sich, wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Dieses Mittel hat mir zugesagt, da ich ein sehr gutes Gesamtbild bekam. Doch die Autoren verstehen es auch, einem immer noch etwas zu verheimlichen, so dass die Spannung nicht zu kurz kommt.

Ich fand es auch interessant das Trio einmal in einer ganz neuen Umgebung zu sehen. Im letzten Band waren dies einige Dörfer und die Hafenstadt Miiska, so war die Hauptstadt etwas erfrischend Neues. Durch ihre schiere Größe haben die Figuren auch einen viel größeren Handlungsspielraum. Es gibt einfach viel mehr Schauplätze als im letzten Band und es zeigt sich wie Magiere, Leesil und Chap in der neuen Umgebung zurecht kommen.

Die Autoren brachten auch einige Elemente mit ein, die nicht das Hauptthema diese Buches betrafen, so holt Leesils Vergangenheit in beispielsweise ein und die Hauptcharaktere erfahren Dinge, welche sie ihr bisheriges Handeln in Frage stellen lässt. Durch diese einzelnen Gesichtspunkte öffnen sich die Autoren auch die Tür für weitere Bände.

Die Charaktere setzten sich wieder einmal aus ganz unterschiedlichen Wesensarten zusammen. Magiere, die sich fürchtet vor den Folgen, wenn ihre vampirische Seite zum Vorschein kommt und immer im Voraus plant.

Leesil, der Magieres Distanziertheit nicht zu deuten weiß und sie doch überallhin begleiten würde. Chap, der viel zu klug für einen herkömmlichen Hund ist und eine wichtige Rolle auf ihrer Jagd einnimmt. Und viele andere.


Kurz: Für jeden Fantasy-Fan, ist dieses Werk wie gemacht. Es enthält einfach alles, was einen guten Roman ausmacht! Ich kann es nur weiter empfehlen.


Wie man seine Eltern erzieht



Das Buch ,,Wie man seine Eltern erzieht” von Pete Johnson erschien 2010 bei arsEdition. Der Autor hat bereits Werke wie ,,Meine beste Freundin, mein Ex und andere Katastrophen”, ,,Dich krieg ich auch noch rum!” und ,,Runaway Teacher” verfasst.


Der 12-jährige Luis war immer ein Durchschnittsschüler und er sowie seine Eltern waren zufrieden mit ihm. Doch als die Familie umzieht und in eine Gegend kommt, in welcher sich die Eltern hauptsächlich damit beschäftigen zu scheinen, wie viel ihre Sprösslinge doch schon können, ändert sich das.

Luis Eltern verwandeln sich plötzlich in eine dieser schrecklichen Paare aus der Nachbarschaft. Sie scheinen sich ein Vorbild an Theos Eltern zu nehmen. Dieser ist immer Klassenbester und seine komplette Zeit wird durch Kurse und Lernen belegt.

Luis versteht seine Eltern einfach nicht mehr. Er träumt davon einmal ein weltbekannter Komiker zu werden, wozu braucht er da gute Noten?

Als seine Eltern ihm keine Ruhe mehr lassen und sie nichts mehr zu interessieren scheint als die Schule, greift Luis zu seinem letzten Ausweg aus dieser Situation: Dem Elternerziehungs-Programm.
Dieses wurde von seiner Agentin Maddy entworfen und diese schört auf den Erfolg.

Wird Luis so seinen Traum retten können und die Möglichkeit bekommen zu seinem alten Leben zurückzukehren?


Das erste, das mir zu diesem Werk einfällt ist, dass mir die Hauptperson Luis sofort gefiel. Er ist einer der bekannten Stimmungsmacher, der für jede Situation einen Witz parat haben. So ist sein Traum eines Tages ein Komiker zu werden auch nachvollziehbar. Luis zeigt in seinen jungen Jahren schon Entschlusskraft und Engagement zur Erfüllung seiner Träume. Mir sagt die Beschreibung dieses Charakters zu, er ist nicht wie der Durchschnitt in einer Schule lauter lerneifriger Kinder.

Das ganze Buch ist in Tagebuchform verfasst. Man verfolgt Luis Eintragungen über ein halbes Jahr hinweg. Ich finde durch die gewählte Form lernt man viel mehr über den Tagebuchschreiber selbst und kann so sein Handeln leichter nachvollziehen.

Die Geschichte an sich wurde in einem erfrischend lockeren Ton verfasst. Pete Johnson verstand es wirklich mich zum Schmunzeln zu bringen.

Die Schule oder ,,Lernhölle” wie Luis sie nennt, gehört zu der Sorte, die von ihrem Schülern auch wirklich Leistung erwarten. Die Beschreibungen, der Handlungen der Lehrer ließen einen immer mit Luis mitfühlen.

Das Cover des Buches besteht aus mehreren groben Zeichnungen, welche jeweils Situation der Geschichte wiedergeben. Dieses Element gefiel mir vor allem nach dem Lesen sehr gut. Besonders Luis mit seinem breiten Grinsen in der Mitte.


Kurz: Ich kann diese Buch wirklich weiterempfehlen. Für Kinder zwischen 8-12 Jahren genau das richtige für entspannte Nachmittage!!

Dhampir 03: Dunkelland



Das Buch ,,Dhampir- Dunkelland” erschien 2009 bei LYX, verlegt durch den EGMONT-Verlag. Dies ist der dritte Band der Dhampir-Saga. Die Autoren Barb und J.C. Hendee veröffentlichten bereits einige Fantasyromane, doch diese Serie ist das erste gemeinsam verfasste Werk der beiden Autoren.


Nach dem Magiere. Leesil und Chap die Edlen Toten in Bela besiegt haben, wird auch Magiere endgültig klar, dass sie nicht in ihr ruhiges Leben in Miiska zurückkehren können, ohne vorher Antworten gefunden zu haben. Sie entschließt sich zusammen mit ihren Gefährten, zu welchen mittlerweile auch die Weise Wynn gehört, auf die Suche nach ihrer Vergangenheit zu begeben.

So kehrt Magiere nach vielen Jahren an den Ort ihrer Geburt zurück: Chemestúk, einem kleinen abgeschiedenen Ort, voller Menschen die der Dhampir mit Argwohn und Furcht begegnen. Alle außer ihrer Tante Bieja, die sie herzlich aufnimmt.

Die Gefährten dringen immer weiter in Magieres schreckliche Vergangenheit vor. Doch wieso versucht Chap sie von ihrer Suche abzubringen? Welche Geheimnisse warten auf Magiere, die sie nicht entdecken soll? Und welche Rolle spielt Welstiel diesmal?

Dieses Mal bekommen es die Gefährten nicht nur mit Vampiren zu tun, sondern auch mit ganz anderen Geschöpfen.

Wird Magiere sich ihrem Anfang stellen können ohne sich zu verlieren und ohne ihrer ursprünglichen grausamen Bestimmung zu folgen?


Der dritte Band der Serie befasst sich das erste Mal fokussiert auf die Vergangenheit einer der Charaktere. Magiere weiß nun schon lange was sie ist, doch nun möchte sie das ,,Wer” erfahren. Der Leser weiß nur wenig von ihrer Vergangenheit, wenn auch etwas mehr als sie selbst.

In diesem Band verändert sich einiges. Die Autoren benutzen öfter das Mittel ein Geschehen aus mehreren Perspektiven zu beleuchten. Dies ist vor allem eine gute Option, da es auch Parteien gibt die Magiere im Verborgenen folgen. Dies ist zwar nichts Neues, doch diesmal erfährt der Leser auch, welche Absichten diese Personen verfolgen.

In diesem Band werden Zusammenhänge bekannt, die den Leser Geschehen aus den Vorgängerbänden aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten lassen.

Man stellt das erste Mal Magieres Natur in Frage, je weiter in die Vergangenheit vorgedrungen wird, desto mehr begreift man die Tragweite von der Existenz einer Dhampir. Auch wird hier langsam klar, welche wichtige Rolle Chap im Leben von Leesil und ihr spielt und bereits gespielt hat.

Dieser Band ist ein würdiger Nachfolger der beiden ersten und dringt diesmal viel weiter in das Leben der Gefährten ein als die Vorgänger. Man lernt an jedem neue Züge kennen und bangt und hofft viel öfter mit den Figuren als bisher. Auch werden in diesem Band das erste Mal Edle Tote nicht sofort als Monster dargestellt, was vor allem der Präsenz der Weisen Wynn zuzuschreiben ist.

Der Schreibstil der Autoren ist unverändert ausgesprochen in den Bann schlagend, man möchte einfach weiterlesen!


Kurz: Ich kann diesen Band nur weiterempfehlen! Alle diejenigen, die die Vorgänger kennen werden diesen Band lieben und allen anderen lege ich diese Serie ans Herz!